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Hörbücher


Indianern ganz nah

 
  Antje Babendererde,
  Libellensommer.
  Gelesen von Carla Swiderski.
  GoyaLit 2007, 3 CDs
  ISBN 3-8337-1858-7


Das Buch 'Libellensommer' von Antje Babendererde ist 2006 im Arena Verlag erschienen. Eine Rezension dazu findet ihr hier. Außerdem ist dort eine Rezension zum neuen Buch 'Zweiherz' von eben dieser Autorin nachzulesen.

Wegen der Scheidungspläne ihrer Eltern und einen Streit mit ihrer Mutter beschließt Jodie von zu Hause auszureißen und zu ihrem Freund, den sie im Internet kennen gelernt hat, zu flüchten.
Auf der Reise wird sie von einem jungen Indianer gerettet, der sie vor einem Lastwagenfahrer bewahrt, der gerade handgreiflich werden möchte. Nun muss sie Jay Muskalunge wohl oder übel folgen, den er ist in Eile. Er bringt sie vorerst in sein Dorf, wo sie das schwierige Alltagsleben der Indianer kennenlernt und zu meistern versucht …

Ich mochte das Hörbuch sehr gerne (zumal ich auch das Buch toll fand), weil es das Alltagsleben der Indianer und die Vorurteile gegen sie klar hervorhebt. Außerdem kommen allgemeine Probleme, wie Ehekrach und Übergewicht (Jodie ist nämlich keineswegs eine Bohnenstange) zur Sprache. Allerdings fand ich das Ende zu untragisch, oder auch zu kitschig.

Die Stimme von Carla Swiderski passt gut zu der Geschichte, weil sie das ganze auf eine freche und abenteuerhafte Weise rüberbringt. Sie erzählt aus Jodies Sicht

Zum Cover kann ich nur sagen: also wirklich! Kitschiger geht es nicht. Die Idee mit dem Libellenflügel ist zwar ganz nett, aber der Hintergrund ist bereits so überfüllt (Wasser + Glitzersterne). Man hätte sich ja nun wirklich für eines von beiden entscheiden können, da Glitzerkram und Sternchen eher auf ein Prinzessinenbuch passen würden…

Rica Holer


In welcher Zeit steckt Sams Vater?

  Guillaume Prévost,
  Das Buch der Zeit. Die steinerne Pforte.
  Aus dem Französischen von Anke Knefel,
  gelesen von Claus Brockmeyer
  Arenaaudio 2007, 3 CDs
  ISBN 978-3-401-26070-9
  ab 9 Jahren


Dass Sams Vater von Zeit zu Zeit verschwindet, gehört bereits zum Alltagsleben für seine Familie. Doch als er wieder einmal ohne Vorwarnung nicht mehr auftaucht, wird Sam fast verrückt vor Sorge und beginnt mit Nachforschungen in Papas Wohnung.
Dabei stößt er auf eine, hinter einem Teppich verborgene Geheimtür und gelangt in einen engen, spärlich möblierten Raum, in dem ein altmodisches Buch und eine Art Münze liegen. Eigenartigerweise passt diese genau in eine Aussparung im Bucheinband. Er versucht es und als das Metall das Leder berührt verschwimmt alles vor seinen Augen und er findet sich in einer fremden Welt wieder.
Er ist in der Vergangenheit gelandet und erlebt dort so einiges. Als er endlich ein Geldstück mit der selben Prägung findet, wie das aus dem Geheimraum, nimmt er es in die Hand und „reist“ zurück in seine Zeit. Obwohl er mehrere Tage fort war, ist in seiner Zeit nur etwa ein Tag vergangen.
Er bespricht sich mit seiner Cousine Lilli, und ihnen kommt der schrecklicher Verdacht, dass sein Vater in einer fernen Zeit gefangen sein könnte ...

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, obwohl manche Sachen ziemlich vorraussehbar waren. Die Idee ist sehr originell und ich wollte ständig weiterhören, unter anderem auch, weil ich Geschichtliches sehr interessant finde, und ich denke, dass so manche nützliche Info darunter ist. Hilfreich ist auch, dass man sich dank genauer Beschreibung alles gut vorstellen kann.

Der Sprecher macht das sehr gut, weil er verschiedene Stimmen für die Personen verwendet, die man praktischerweise sehr leicht unterscheiden kann. Er haucht den Figuren Leben ein.

Rica Holer


Wer hat Angst vor Dracula?

  Bram Stoker,
  Dracula.
  Aus dem Englischen von Karl Bruno Leder
  Hörspielbearbeitung: Sven Stricker
  Stimmen: Felix von Mantteufel, Gerd Baltus u.v.a.
  Hörspiel
  Der Hörverlag 2004, 2 CDs
  ISBN: 3-89940-921-3

Der Nervenarzt, Mr. Jonathan Harker, besucht Dracula auf seinem Schloss. Während des Aufenthalts fallen ihm merkwürdige Eigenschaften im Auftreten und Verhalten des Grafen auf. So ist er z.B. nicht im Spiegel zu sehen oder kann steile Wände ohne weiteres hochklettern.
Außerdem hat Dr. Harker noch einen weiteren Patienten, Mr. Rendfields. Dieser fängt Fliegen, um sie an die Spinnen zu verfüttern, welche er zum Nachtmahl seiner Vögel werden lässt. Und jetzt wünscht er sich auch noch eine Katze! Als Dr. Harker ihm diesen Wunsch nicht gewährt, sind die Vögel spurlos verschwunden und Mr. Rendfield erbricht Federbüschlel... Er spricht auch viel von einem großen Meister, der ihn schon bald aus der Nervenklinik befreien wird.
Später erkrankt Lucy, eine Freundin, an einer rätselhaften Krankheit: sie ist blass und keine Bluttransfusion kann ihr  helfen. So beschließt man den Facharzt für mysteriöse Erkrankungen zu rufen: Professor Van Helsing. Aufgrund intensiver Nachforschungen ist man sich bald einig: Lucy ist ein Vampir, und da ist sie leider nicht die Einzige...

Die Erzähler sind wirklich gut ausgesucht! Am besten hat mir Graf Dracula gefallen, er spricht so schön schaurig. Aber die Anderen fand ich auch gut. Sie haben die Geschichte gut erzählt und ihr ein 'Leben' verliehen. Da es keinen auktorialen Erzähler gibt, habe ich mehr Nähe zum Geschehen gehabt-

Das Cover finde ich echt gut. Man sieht den Kopf einer Steinfigur, aus deren Mund spitze Zähne herausragen. Die Farbe passt, denn sie erinnert an Blut. Auch der Text, ein schauriger Schriftzug, füllt eine Lücke im Szenario. Ich muss schon sagen, alleine beim Betrachten rieselt einem ein eiskalter Schauer über den Rücken...

Ich fand den Anfang wirklich super. Das war eine schöne Einstimmung auf den Rest. Das Hörspiel war wirklich, wirklich gruslig. Ich selbst habe ja nur die 0815-Facts von Vampiren gewusst und Dracula kannte ich nur vom Namen her. Jetzt ist das anders. Außerdem weiß ich endlich wer Van Helsing ist. Ich habe mir das Hörspiel wieder und wieder angehört und immer habe ich etwas Neuers entdeckt.
Da immer wieder kurze Auszüge aus Tagebucheintragungen (mit Datum) vorgelesen werden, wird deutlich, wie viel Zeit verstreicht. Das fand ich eine sehr gute Idee.

Durch das Hörbuch habe ich einen guten Vorgeschmack auf das Buch bekommen, und möchte dieses so bald wie möglich lesen.

Rica Holer



Eine bewundernswerte Frau schreibt über Krieg und Frieden.

  Riverbend,
  Bagdad Burning. Eine Irakerin erzählt vom Zerfall ihres Landes.
  Gelesen von Sophie Rois
  Der Hörverlag 2006, 2CD
  ISBN 3-89940-928-0


Die 26jährige Irakerin mit dem erfundenem Namen Riverbend, schreibt  in ihrem anonymen Web-Blog, über das Leben und den Alltag während des Krieges. Sie erzählt darüber, wie ihr Leben davon beeinflusst und verändert wurde, über Vorher und Nachher, über Krieg und Frieden.

Ich fand das Hörbuch eigentlich sehr gut. Auf 2 CDs ist das Buch in gekürzter Fassung zu hören. Ich bin sehr begeistert von Riverbend und dass sie den Mut aufbringt, über das Geschehene zu schreiben. Wer denkt, dass sie nur biedere Aufsätze bringt, irrt. Sie wird durchaus aggressiv den Politikern gegenüber. Außerdem bewundere ich, dass sie die Amerikaner trotz allem nicht hasst, was eigentlich auf der Hand liegt, da dieser für den Krieg und die Verwüstungen im Irak verantwortlich sind.

Sopie Rois erzählt sehr gut, aber: ich fände es besser, wenn jemand mit irakischem Akzent sprechen würde, da sie zu deutsch redet, obwohl sie Österreicherin ist! Trotzdem kann ich nicht sagen, dass sie schlecht ist, im Gegenteil, sie ist gut, sehr gut sogar, obwohl ihre Stimme, die sehr wohl einen anklagenden Unterton hat, nicht so gut zu diesem HB passt.

Das Cover des Hörbuchs ist sehr gut gelungen. In der Mitte sieht man den Schriftzug ‘Bagdad Burning’ in Flammen und auf blauem Hintergrund mit Tagebucheintragungen. In den breiten Buchstaben sind Bilder des Krieges: Frauen mit Kopftüchern und gesenkten Blicken, sowie Panzer und Soldaten zu erkennen. Dieses Cover ist wirklich ansprechend, passend, klar und gut gestaltet - im Gegensatz zum  Buchcover, das grauenhaft ist.
Das Buch 'Bagdad Burning' ist im Residenz Verlag 2006 erschienen - hier gehts zur Rezension.

Rica Holer



Ein Zoodirektor packt aus...

  Henning Wiesner, Walli Müller,
  Müssen Tiere Zähne putzen? ... und andere Fragen an einen Zoodirektor
  Gelesen von Achim Höppner; die Fragen stellen Sara Colloria und Simon Hofmann
  Der Hörverlag 2006, 1 CD
  ISBN 3-89940-902-7
  Ab 8 Jahren


Nun, eine eigentliche Geschichte ist es nicht, sondern ausgewählte Geschichten aus dem gleichnamigen Buch, das 2005 im Carl Hanser Verlag erschienen ist. Die Sache läuft so ab, dass zwei Kinder 23 Fragen stellen wie „Klaut der Rabe wie ein Rabe? Wird die Mücke niemals satt? Kann die Schnecke umziehen? Gibt es Teddybären in freier Wildbahn?“ und ein Zoodirektor, dem Achim Höppner seine Stimme leiht, antwortet. So kommt z.B. heraus, dass Schimpansen die einzigen Tiere sind, die lachen und dass die Schlange tatsächlich einen Schwanz hat, bzw. sie IST ein Schwanz.
„Bei Pferden klingt es oft, als ob sie lachen, wenn sie wiehern. Bei Menschen klingt es manchmal, als ob sie wiehern, wenn sie lachen.“

Ein sehr liebevoll gestaltetes Hörbuch, das Intelligenz und Humor vereint. Ich meine, die Fragen sind ja schon lustig, aber die Antworten sind fast noch besser. Besonders gelacht habe ich, als der Sprecher gesagt hat, dass man Hasen Salz auf den Schwanz streut, wenn man sie fangen will. Nun muss ich unentwegt daran denken, dass die Jäger mit einem Salzstreuer durch den Wald stiefeln. Dieses Hörbuch ist auf jeden Fall bestens geeignet für Tierfans und die Fragen sind sehr verständlich beantwortet. Vielleicht sollte man es nicht in einem durch hören, sondern öfter eine Pause einlegen, um erst einmal darüber nachzudenken.

Der Erzähler hat eine ruhige, warme  und wohlklingende Stimme mit einem leicht verspielten Unterton, die sich gut den Geschichten anpasst. Durch den Wechsel der Stimmen: die fragenden Kinder und ein Erwachsener, bleibt das Zuhören vergnüglich und lässt keine Langeweile aufkommen.

Das Cover ist ur süß mit den possierlichen Tieren. Vor allem der Hase gefällt mir gut.
Man sieht einen Behandlungssaal für Tiere. Sie sitzen auf Stühlen und haben alle das Maul verbunden, wegen der Zahnschmerzen. Was ich voll cool finde, ist das Schild, auf dem steht: „1x Zahnbürsten auf dem Klo“ Alles ist wie in einem menschlichen Wartesaal. Auch die Farbe an der Wand (hellgrün) harmoniert mit der Farbe der Sessel (weinrot). Mir gefällt es sehr gut, und ich würde nichts daran ändern!

Rica Holer



Liebe, Aufregung, Musik...und das alles mit einem Schuß Amerika.

  Louis Sacher,
  Kleine Schritte.
  Gesprochen von Hans Löw, 3 CDs
  Jumbo 2006
  ISBN 978-3-8337-1706-2
  ab 10 Jahren


Deo ist von der Besserungsanstalt Camp Green Lake zurück nach Hause gekehrt und hat offenbar sein Leben wieder ganz gut in den Griff bekommen. Er besucht Abendkurse, um seinen Abschluß nachzuholen und hat einen Nebenjob.
Obwohl Deo die Gutmütigkeit in Person ist und versucht immer alles richtig zu machen, gelingt ihm das vielleicht genau aus diesen Gründen nicht immer. Er hat Probleme mit seinen Eltern und auch sein Umfeld hat durch seine Vorbestrafung und seine Hautfarbe Vorurteile ihm gegenüber.
Gut also, dass es Ginny, seine 10-jährige behinderte Nachbarin und X-Ray gibt. Auch, wenn diese ihn öfter in Schwierigkeiten bringen. So schlägt ihm X-Ray einen idiotensicheren Deal mit Konzertkarten vor, bei dem er zwar die tolle Sängerin Keira DeLeon persönlich kennenlernt und sie sich ineinander verlieben, gleichzeitig aber auch in Verdacht gerät, krumme Dinge zu treiben...

Kleine Schritte ist eine herrlich kurzweilige Geschichte, die einen Sog entwickelt, nicht zuletzt, weil die Personen aus Gutmütigkeit von einer Schwierigkeit in die nächste stolpern und dann doch alles gut wird.
Die Charaktere sind wunderbar ausformuliert - der Sprecher tut hier noch sein eigenes dazu.
Überhaupt ist die Vertonung sehr gelungen, was schon auch an der tollen Vorlage von Louis Sacher liegen muss, der es versteht einen fantastischen Mix aus Dialogen, Liedtexten, Monologen, Gedankensprüngen und verschiedenen Erzählperspektiven zu kreieren!
Dazu noch ein Schuß Amerika und diese Geschichte ist absolut hörenswert!

Lena Samek



Zwei Jugendliche, eine mysteriöse Frau und mittendrin ein Briefbuch...

  Jostein Gaarder / Klaus Hagerup
  Bibbi Bokkens Magische Bibliothek
  Sprecher: Beate Himmelstoß, Philipp Schepmann
  Gekürzte Lesung 3 CD
  Der Hörverlag 2006
  ISBN 3-89940-801-2
  Ab 10 Jahren

Zwei Jugendliche, eine mysteriöse Frau, die überall auftaucht, und mittendrin – ein Briefbuch.
Wer ist Bibbi Bokken? Eine heimtückische Mörderin, oder eine Verrückte, die Bücher stiehlt? Berits und Nils Phantasie überschlägt sich fast, seit diese eigenartige Frau die Seite aus dem Gästebuch mit deren Gedicht gerissen hat, und nur etwas später ihr Briefbuch mit etwas Geld „sponsort“. Die zwei stellen Nachforschungen an und finden heraus, dass diese Frau Bibbi Bokken heißt. Und damit nicht genug: sie hat eine magische Bibliothek. Doch wo liegt sie? Und was für Bücher gibt es dort? Zumindest eines wissen die beiden genau: Bibbi ist hinter ihrem Briefbuch her. Dies müssen Berit und Nils natürlich verhindern ...

Ich fand die Idee von einer magischen Bibliothek super. Total spannend. Und erst Bibbi Bokken, diese rätselhafte Person ... Zu Beginn hat es mir nicht so toll gefallen, da das Buch durch Berits und Nils Briefe erzählt wird. Ich dachte, das wäre nur die Einleitung und hoffte, sie möge bald vorbei sein. Denn ich wollte die „eigentliche“ Geschichte hören. Irgendwann, nach  etwa 10 Minuten, dachte ich mir: „Diese Einleitung dauert aber unverschämt lang!“ Doch  kurz darauf habe ich verstanden: Das IST die Geschichte! Und dann hat es mir, nach einer kurzen Phase des Trotzes, eigenartigerweise besser gefallen. Ich musste ja nicht mehr auf die Geschichte warten. Von da an fand ich die Geschichte GENIAL, einfach grandios und wollte unbedingt das Ende hören!

Die beiden Sprecher machen das sehr gut. Sie erzählen spannend und haben schöne Erzählstimmen. Vor allem der Sprecher von Nils ist sehr zu loben. Er spricht mit jugendlicher Energie und Überzeugung, obwohl er erwachsen ist. Doch auch Berit spricht gut betont und fesselnd. Ich konnte mich gar nicht entscheiden, welche Stimme ich lieber mochte – musste ich auch nicht -, denn ich finde sie beide gleich gut.

Das Buch ist bei Carl Hanser 2001 erschienen.

Rica Holer




Einfach herzerwärmend und gut gemacht!


Jutta Bauer,
Opas Engel.
Hörspiel mit Katharina Thalbach, Wolfgang Völz, u. a.
Hörcompany 2006
ISBN 3-935036-87-6
ab 4 Jahren


Ein Opa erzählt seinem Enkerl von seinem unsichtbaren Schutzengel. Mit Begeisterung folgt der Enkel den Erzählungen, wie auch wir, wenn wir uns darauf einlassen...

Das Hörbuch ist herzerwärmend. Man kann es von klein auf hören und selbst Erwachsene wird es zum Schmunzeln bringen.
Die Erzähler machen ihre Aufgabe sehr gut. Toll ist vor allem, dass der Engel keine süßliche Säuselstimme hat, sondern eine sehr 'coole'.
Das Cover ist schlicht und hübsch. Leider wirkt es wegen dem vielen Blau etwas kühl und eher für Jungs, da zwei der Hauptpersonen Burschen sind, aber die Figuren sind sehr herzig.

Rica Holer



Sammy und meine Mutter im Bett - zusammen!

Holly-Jane Rahlens,
wie man richtig küsst.
Aus dem amerikanischen Englisch von Sabine Ludwig, gelesen von Laura Tonke.

4 CDs
Hörcompany 2005


Renée ist 15 und im Moment ist nichts wichtiger für sie als das berüchtigte 'Erste Mal'. Zu ihrer Unterstützung hat sie ihre Mutter, die Kolumnisten einer Zeitung ist und so machen Menschen Tipps geben kann, nur nicht ihrer Tochter. Die nämlich muss ständig auf der Hut sein, was sie sagt, denn schon so manche Unterhaltung zwischen ihr und Dr. Mom wurde als Rat für andere abgedruckt. Da holt sie sich lieber Hilfe von 'Sammy', einem 744 Seiten dicken Sex-Ratgeber. Und bald kann sie ihr neu erworbenes Wissen auch schon anwenden, denn was als langweilige Lesereise in ein kleines Dorf nach dem anderen beginnt, endet in einer ganz unerwarteten Liebesgeschichte...

Was mir sofort aufgefallen ist, war die Stimme der Erzählerin. Endlich liest einmal eine Frau! Ihre Stimme klingt jugendlich, ist weich und schmeichelt dem Ohr. Besonders lustig ist es, wenn sie mit polnischen Akzent spricht. Meistens schafft sie es ganz gut, dass man sich in die Geschichte hineinversetzen kann, manchmal jedoch spricht sie etwas monoton und dann wird es langweilig.

Die Autorin schafft es mit dem heiklen Thema direkt und auf lustige Weise umzugehen, dass macht das Hörbuch so wunderbar. Besonders toll sind die Bonustracks von Holly-Jane Rahlens. So gibt sie die Möglichkeit hinter die Kulissen und die Idee des Buches zu blicken.  Außerdem liest sie die erste Seite des Buches im Original vor.
Für Fans ein Muss!

Rica Holer und Kathi Heyse



Wer hat noch nicht genug vom Schnee?

 
  Klaus Kordon,
  Paula Kussmaul tief im Schnee.
  Gelesen von Eva Gosciejewicz.
  2 CDs
  Beltz & Gelberg 2005



Paulas Mutter hat einen neuen Freund - Erwin Hühnchen. Leider kann Paula ihn nicht leiden und gemeinsam mit ihren Geschwistern versucht sie ihn loszuwerden. Doch dann fährt Paula mit der Schule auf Schiwoche und kann sich nicht selbst um das Hühnchenprobelm kümmern. Dort auf dem Hexenkopf lernt sie 'King Winter' kennen, einen Jungen, der Ski fährt wie der liebe Gott. Als sie ihn einmal beim Stehlen beobachtet, ist ihre Neugier geweckt und gemeinsam mit ihren Freundinnen kommt sie hinter sein Geheimnis.

Am Besten an diesem Hörbuch haben mir die lustigen Namen wie zum Beispiel Paula Kussmaul, Erwin Hühnchen, Frau Stein (Steinchen),... gefallen. Außerdem handelt die Geschichte von wichtigen Themen - dem Stehlen und dem Problem, dass Mama einen neunen Freund hat. Ixh finde es gut, dass eben diese Themen aus der Sicht eines Kindes gezeigt werden. Vom Schreibstil aber ist das Buch wirklich nur bis 10 Jahren zu empfehlen.

Die Erzählerin, Eva Gosciejewicz hat eine sehr angenehme, beruhigende Stimme, die sich in jede Person gut heineinversetzen kann. Sie liest den Text flüssig und mit viel Witz.

Cover: Eine lustige einfache Zeichnung, die gut zum Inhalt passt. Wenn man sie ansieht, bekommt man gleich Lust mit Paula die Pisten hinunterzusausen.

Das gleichnamige Buch ist ebenfalls bei Beltz & Gelberg 2005 erschienen.

Tamara Pilz




...mitten im London des 19.Jahrhundert

 
  Charles Dickens,
  Oliver Twist.
  Aus dem Englischen von Carl Kolb und Anton Ritthaler.
  Gelesen von Hannes Hellmann,
  der hörverlag 2005


Der Junge Oliver
Twist wird in einem englischen Armenhaus geboren. Nach der Geburt stirbt seine Mutter. Der Vorstehende des Armenhauses, Mr. Bumble, möchte den kleinen Oliver so schnell wie möglich loswerden, denn der patente Junge verlangt nach mehr Suppe. Das gefällt 'Herrn Twist' überhaupt nicht und so reißt er kurzerhand nach London aus. Dort kann er gerade noch einer Bande entwischen, die ihn um Dieb machen will. Außerdem scheint an ihm zu allem Übel ein lebensgefährliches Geheimnis zu haften, von dem er nichts weiß.

Das Hörbuch ist eigentlich ein Hörspiel, denn es gibt mehrere Sprecher. Außerdem kann es Charles Dickens' Bestseller locker das Wasser reichen. Ein riesiges Lob an Sven Stricker für seine Regiearbeit. Die ganze Geschichte ist gut gemacht und die Idee genial. Es kann einen zu Tränen rühren, zum Schmunzeln bringen, Mitgefühl auslösen oder fesseln, bis man sich vor Anspannung nicht mehr bewegen kann. Ich werde auf jeden Fall noch ein Buch von Charles Dickens lesen.

Aber was wäre eine tolle Geschichte mit einem langweiligen Erzähler? -nichts! Die Erzählung würde den Glanz verlieren und verblassen - eine schlimme Vorstellung! Glücklicherweise ist dem beim vorliegenden Hörbuch nicht so: Hannes Hellmann hat eine ruhige Stimme, die den Hörer in Charles Dickens' Welt eintauchen lässt. Man schließt die Augen und wenn man sie wieder öffnet, befindet man sich mittendrin im London des 19. Jahrhunderts.
Ich finde auch, dass einem der Erzähler bereits sympathisch ist, wenn man nur sein Bild sieht!

Rica Holer



Traurige Story mit Witz und Charme


 
  Lemony Snicket,
  Eine Reihe betrüblicher Ereignisse.
  Aus dem amerikanischen Englisch von Klaus Weimann und Brigitt Kollmann, gelesen von Stefan Kurt.
  Hör Company 2005


Violet, Sunny und Klaus.
Ganz gewöhnliche Namen, und doch sind die Beuadelaire-Kinder schlimm dran: In einem Brand wierd nicht nur ihr Haus vernichtet, nein, auch ihre Eltern sterben. Nun kommen sie zu ihrem verrückten Onkel Graf Olaf, der mit allen Mitteln versucht, an das geerbte Vermögen zu kommen.

Echt super! Die Geschichte hat Witz, Charme, ja sogar Charisma. Es kommen viele fremde, kluge Wörter vor, wie zum Beispiel Pandemonium, die anschließend erklärt werden. Das Hörbuch ist extrem 'lustig', wenn man das so nennen kann. Man möchte, dass die Geschichte ewig weitergeht, was sie aber nicht tut: Nach neun CDs ist Schluß und man denkst sich etwas wie: "Schade, schon aus." Es wäre schön, wenn L. Snicket eine Fortsetzung schreiben würde...

Die Stimme des Erzählers ist sehr angenehm, man gewöhnt sich schnell an sie. Er verleiht der tragischen Geschite den nötigen Humor, um sie spannender zu machen. Außerdem kann man alle Stimmen auseinander halten (das ist nicht immer selbstverständlich!!) und sich daran freuen.

Das Cover finde ich nicht so toll, weil die Figuren der Kinder viel zu jung aussehen. Außerdem ist Graf Olaf hässlich - und ich meine WIRKLICH hässlich. Er sieht aus als wäre ein aus dem 'Herrn der Ringe' entsprungenes Monster.

Rica Holer




Ein Umweltkrimi für Naturschützer und Hobbydetektive

  Carl Hiaasen,
  Fette Fische.
  Aus dem Englischen von Brigitt Kollmann
  gelesen von Samuel Weiss
  autorisierte Hörfassung 5 CD
  Beltz & Gelberg 2005


Inhalt: Noahs Vater organisiert sich gerne zum Wohle der Tiere und der Umwelt. Leider geht dabei oft sein Temperament mit ihm durch. So hat er zum Beispiel Dustys großes Kasinoschiff versenkt, weil er meint, die Crew würde die Abflüsse der Toilette ins Meer leiten.
Dies ist aber keinesfalls gewiss und damit Noahs Vater schnellstens wieder aus dem Gefängnis kommt, versuchen Noah und seine Schwester Abbey Beweise zu finden. Dustys Leute machen es ihnen nicht leicht, doch zum Glück sind sie nicht alleine: die blonde Bardame Shelly und ein geheimnisvoller, alter Pirat helfen ihnen.

Erzähler: Seine Stimme klingt zu Beginn etwas komisch, doch man gewöhnt sich schnell daran. Samuel Weiss erzählt die Geschichte wirklich spannend. Jede Person hat ihre Stimme: ein Mädchen, ein alter Mann, ein Junge,... Ich möchte meinen, er könne alle Stimmen nachahmen, wenn er nur wolle.

Cover: Es ist ein witziges, schlichtes Cover. Die bunten Farben (aquamarin, türkis) sind gut ausgewählt und wie bei Carl Hiaasens EULEN sind zwei Glupschaugen zu sehen.

Meinung: Ich finde diese Geschichte ist toll erzählt - richtig fesselnd! Ich würde sagen, es ist ca. ab 8 Jahren. Man kann mit dem Hören schon gar nicht mehr aufhören. Außerdem kann man sich die Geschichte öfter anhören. Leider gibt es (fast) immer ein Aber - also: Manche inhaltliche Handlungen/Wendungen sind vorraussehbar. Das 'Buch' könnte spannender sein, wenn nicht immer alles schief geht! Trotzdem: Eine schöne Geschichte zum Hören und Schenken.

Das gleichnamige Buch ist bei Beltz und Gelberg 2005 erschienden. - Rezension.

Rica Holer


Eine Liebesgeschichte der Superlative!

 
  Eva Ibbotson,
  Das Geheimnis der siebten Hexe.
  Aus dem Englischen von Sabine Ludwig
  gelesen von Monty Arnold
  der hörverlag 2005


Inhalt: Der schwarze Magier Arriman beschließt einen Zauberwettbewerb für Hexen zu veranstalten. Die Siegerin nimmt er zur Frau. Die sechs Hexen von Todcaster sind sofort Feuer und Flamme, doch es gibt noch eine Siebente: die weiße Hexe Belladonna. Sie verliebt sich in Arriman. Ein kleiner Regenwurm namens Rover soll ihr zur schwärzesten Zauberei verhelfen...

Meinung: Ein geniales Hörbuch voll mit (Galgen-)Humor. Eine Liebesgeschichte der Superlative für jede Altersklasse. Selten gibt es so gute Hörbücher! Negative Seiten gibt es eigentlich keine. Ein superspannender Titel. Größtes Lob an die Autorin!

Erzähler: Genial, einfach genial! Monty Arnold bringt Witz in die Geschichte. Die Betonung und die Aussprache sind perfekt. Er liest wie kein andrer, denn angenehme Stimmen sind schwierig zu finden!

Rica Holer



Nettes Hörbuch ohne Altersbeschränkung

 
  Goscinny & Sempé,
  Der kleine Nick erlebt eine Überraschung.
  Aus dem Französischen von Hans Georg Lenzen
  gelesen von Rufus Beck
  SWR 2005


Inhalt
: Nick. Er hat tolle Sommerbräune, die er allen zeigen will, doch bis die Schule beginnt, ist alles wieder weg. Er und sein Freund Otto, der andauernd essen muss, erleben einige "Abenteuer". Und dann sind da noch: Chlodwig, Hühnerbrüh, Roland, Georg, Marie-Hedwig, Franz und Adalbert...

Meinung: Der kleine Nick ist ein sehr nettes (Hör)Buch. Es macht Spaß den witzigen Abenteuern der Jungs zu lauschen. Eine Altersbeschränkung gibt es nicht. Leider kommt nicht gut heraus, wie alt Nick und die anderen sind. Außerdem hat die Geschichte ein sehr plötzliches Ende. Ich habe gedacht, mein CD-Player hätte keine Batterien mehr, doch das Hörbuch war aus! Ansonsten aber: sehr gut - wer mehr wissen will, soll selbst hören oder lesen!

Erzähler: Rufus Beck gibt diesem Hörbuch das gewisse Etwas. Mal spricht er wie ein junges Mädchen, dann wieder wie der strenge Lehrer. Ich finde, dass die Geschichte mit einem anderen Erzähler nur halb so gut gewesen wäre!

Rica Holer



Heißhunger auf Schokolade...

  Roald Dahl,
  Charlie und die Schokoladenfabrik.
 
  Gelesen von Ulrich Noethen
  der hörverlag 2005
  3 CD


Der arme Charlie
bekommt nur an seinem Geburtstag Schokolade. Die Schokoladenfabrik von Willi Wonka ist schon seit einigen Jahren versperrt, doch trotzdem wird noch gearbeitet und verkauft. Mit in fünf Schokoladentafeln versteckten, goldenen Einstrittskarten möchte Herr Wonka fünf Kindern den Eintritt in seine Fabrik ermöglichen. Jedes Kind bekommt Süßigkeiten bis ans Lebenende. Durch Zufall erhält Charlie eine Eintrittskarte. Nun darf auch er das Schokoparadies besuchen.

Der Sprecher hat eine sehr angenehme Stimme, er verstellt sie sogar. Das Buch ist sehr gut geschrieben - ein nett erzähltes Fantasyabenteuer, das die Herzen der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen höher schlagen lässt.
Die einizige Nebenwirkung: Man bekommt Heißhunger auf Schokolade!

Das Cover ist wirklich wunderschön, man findet das Hörbuch schon alleine beim Ansehen interessant. Der Schriftzug vom Titel ist sehr gut ausgewählt worden. In den Heften, die bei den CDs stecken, sind lustige Bilder drinnen. Die CDs glitzern und glänzen in blau.

Rica Holer



"Ich weiss, dass ich diesen Hund nicht brauche. Aber dieser Hund braucht mich"

 

                         
   Kate DiCamillo, Winn-Dixie
   Vorgelesen von Fritzi Haberlandt
   HörCompany 2005
   ab 7 Jahre
   2 CD Digipack



"Ich heiße India Opal Buloni und letzten Sommer schickte mich mein Vater, der Prediger, in den Supermarkt, um eine Packung Makkaroni mit Käsesauce, etwas Reis und zwei Tomaten zu kaufen. Zurück kam ich mit einem Hund." Er ist zwar hässlich, groß, dünn und ungepflegt, aber das Lächeln von Winn-Dixie, wie sie den Hund nennt, ist unwiderstehlich und genau das findet der Prediger auch. Opal hat zuvor noch nie einen Hund lächeln gesehen, aber dieser scheint etwas ganz Besonderes zu sein. Und wirklich findet sie mit Hilfe von Winn-Dixie neue Freunde in der neuen Stadt, zumindest glaubt Opal, dass sie das ohne ihren Hund nicht geschafft hätte. Es gefällt ihr immer besser in ihrem neuen Zuhause und gemeinsam mit „Winn-Dixie“ erlebt sie, wie schön es ist, Freunde zu haben.

„Winn-Dixie“ ist eine nette Geschichte über Freundschaft, auch zwischen einem Tier und einem Kind. Einzig negative Krtik: es kommen nur sympathische Menschen vor, es gibt praktisch keine blöden, unsympathischen Charaktere, d.h. es ist irgendwie fast zu nett.
Die Sprache ist leicht zu verstehen und es bedarf keiner übermäßig hohen Konzentration, um der Geschichte folgen zu können, also empfiehlt es sich durchaus als Gute-Nacht- und Abend-Geschichte. Fritzi Haberlandt übernimmt den Job der Eltern, Großeltern, Geschwister und liest mit einer angenehmen Stimme vor. Sie betont wunderbar und es ist einfach wunderbar, ihr zuzuhören. Und die Musik ist voll schön.

Für Leser oder Zuhörer, die das Buch „Kentucky Star“ von Kate DiCamillo gelesen oder gehört haben und nicht so begeistert waren: „Winn-Dixie“ ist eindeutig besser und es ist in jedem Fall empfehlenswert, auch wegen der Musik.

Das Buch Winn-Dixie ist im Verlag Cecilie Dressler und das TB bei dtv erschienen.

Tanja Samek




,Wir glauben, dass der Mensch in jeder Situation, unter jedem System, in jedem Staat die Aufgabe hat, Mensch zu sein und seinen Mitmenschen zur Verwirklichung seines Menschseins zu helfen.'

Ulrike Marie Meinhof in einem Artikel von 1958

  Alois Prinz
 
Lieber wütend als traurig
 
Die Lebensgeschichte der Ulrike Marie
  Meinhof
  gelesen von Eva Mattes, Axel Milberg
  und Alois Prinz
 
für Jugendliche und Erwachsene
  Hörcompany 2005, 5 CD

Die Buchausgabe Lieber wütend als traurig ist bei Beltz und Gelberg erschienen und hat 2004 den Jugenbuchpreis der Jury der Jungen Leser bekommen.

Ulrike Marie Meinhof (1934-1976) ist schwer zu verstehen. Sie kämpft für das Menschsein an sich, für das Leben, für Gerechtigkeit aus zutiefst christlichen Werten und Überzeugungen. Doch irgendwann in ihrem Leben verwendet sie Mittel, die der Zweck nicht heiligt, die ihren Werten und Überzeugungen sogar widersprechen. Wie kommt es dazu?


Alois Prinz kann uns keine Antworten geben, er kann nur schreiben, was er sieht, hört und spürt. Und er sieht, hört und spürt viel. Und er schreibt neutral und doch einfühlsam, gibt Denkanstöße, aber nie zu viel, ist da für den Leser und gibt doch die nötige Freiheit, die bei dieser Lebensgeschichte unbedingt notwendig ist.


So flüssig und verständlich sich das Buch liest, hört sich auch das Hörbuch. So interessant und genau recherchiert das Buch ist, entpuppt sich auch das Hörbuch trotz gekürzter Fassung.


Einziges Manko: Manchmal wirkt es lächerlich, dass jeder Satz, jede direkte Rede, die Ulrike Meinhof tätigte von einer Frau gelesen werden. Das wäre nicht notwendig gewesen. Zitate ja, Gespräche nein wäre mein Vorschlag.


Ansonsten –

Prädikat: Hörenswert!


Samek Lena, Mai 05



"Hätte ich einen Menschen erschaffen, so würde ich sicherlich Gehirn und Seele in seine Fingerspitzen gelegt haben." Helen Keller, 1880-1968

                                                                              

Katja Behrens, Alles Sehen kommt  von der Seele
Die Lebensgeschichte der Helen Keller.

Gelesen von Marlen Diekhoff
Ab 10 Jahren
HörCompanie 2004, 2 CD, Digipack


Eine Rezension an einem Regentag über ein Hörbuch für jedes Wetter. Vor allem in einem selbst - Kraft für Entmutigte, Bodenständiges für Überflieger, Erstaunliches für Wissensbegierige und Rührendes für Verschlossene.

"Alles sehen kommt von der Seele. Die Lebensgeschichte der Helen Keller" heißt ein Hörbuch, das 2004 bei Hörcompany herausgekommen ist. Das gleichnamige Buch von Katja Behrens ist bei Beltz & Gelberg erschienen.

Ohne überflüssiger Musik oder Worte liest Marlen Diekhoff flüssig, berührend und doch sachlich, in angenehmen Tempo über Helen Keller und gibt dem Hörer damit die Möglichkeit schon während dem Hören in andere Sinneswelten zu schlüpfen.

Helen Keller, 1880 in Tuscumbia, Alabama geboren, hat mit 18 Monaten eine Gehirnhautentzündung mit schweren Folgen - sie erblindet und ertaubt. Über fünf Jahre lebt sie eingeschlossen in sich selbst, völlig unverstanden von ihrer Umwelt, störrisch, voller Wut, aber auch mit einer unbändigen Kraft, die sie ihr ganzes Leben über behalten wird. 1887 bekommt sie eine Lehrerin, die selbst beinahe blind und erst 21 Jahre alt ist - Anne Sullivan. Mit ungeheurem Wissensdurst, Ausdauer und vielen Gemeinsamkeiten sind sie sich gegenseitig Lehrer, Verbündete, Seelenverwandte, Freunde, aber auch manchmal im Weg. Sie werden sich ein Leben lang nicht mehr verlassen.
Durch Anne Sullivan entdeckt Helen Keller die Sprache, lernt lesen und schreiben, sich mitteilen und zurechtzufinden in der Welt. Mit Anne Sullivans Hilfe kann Helen Keller sogar einen Universitätsabschluss machen, schreibt Bücher, hält Vorträge und bereist die ganze Welt. Sie setzt sich ein für Blinde, Gehörlose, Stumme. Und für das Leben. Nach einem ereignisreichen Leben stirbt Helen Keller 1968 im Schlaf.

Das Hörbuch ist literarisch wunderschön, gemeinsam mit Helen Keller entdeckt man das Wunder Sprache. Besonders gefallen haben mir die vielen Auszüge aus Helen Kellers Büchern und Anne Sullivans Briefen, sowie die authentischen Beschreibungen der Kinderjahre Helen Kellers und die tolle und intensive Ausarbeitung der Beziehung zwischen Helen und ihrer Lehrerin.

Besonders zu empfehlen (auch wegen der didaktischen Erkenntnisse) für Pädagogen und Menschen in anderen sozialen Berufen.

Prädikat: Sehr hörenswert!

Samek Lena, April 05





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