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Bilderbücher


Aschenputtel enfaltet wieder seinen ganzen Zauber

Christina Laube (Textbearbeitung), Mehrdad Zaeri-Esfahani (Illustration)
Aschenputtel
Knesebeck 2016, 40 Seiten
ISBN: 978-3-86873-768-4


Mit Aschenputtel ist dem Künstlerduo ein ganz besonderes Bilderbuch gelungen. Christina Laube hat den Text auf das Wesentliche reduziert und den unverstellten Blick auf das Märchen freigelegt. Und Mehrdad Zaeri hat mit seinen minimalistischen Bildern dem Märchen Tiefe verliehen und seinen ganzen Zauber zur Entfaltung gebracht.

In der Symbiose von Text und Bild atmet das Märchen wieder und auch der Betrachter hält den Atem an ob der Schönheit, Ästhetik und Zartheit, zu der vor allem die filigranen Scherenschnitte beitragen. Sie gewähren nicht nur Ein- und Durchblick, sondern stellen auch für sich selbst ein kleines Kunstwerk dar.

Die, bis ins kleinste Detail durchdachte, edle Gestaltung besticht durch die Papierauswahl, die wenigen Farben von erdig, Schwarz und einem gedämpften Orange sowie die hingehauchten Zeichnungen. Oft sind es nur Symbole, die auf großer Fläche plaziert, viel Raum für eigene Interpretation und Phantasie lassen.

Mit der notwendigen Sensibilität und dem Gespür für die Kausalität von Märchen haben die beiden Künstler Aschenputtels Seele freigelegt und ein bibliophiles Kleinod geschaffen, das Liebhaber künstlerischer Bilderbücher entzücken und jedes Sammlerherz höher schlagen läßt. Ein Gesamtkunstwerk!
mimo



Das Orchester stimmt sich ein

Anna Czerwinska-Rydel / Marta Ignerska
Die Ton-Angeber
Aus dem Polnischen von Olaf Kühl
mixtvision 2ß13, 44 Seiten
ISBN 978-3-939435-82-2
Ab 4 und alle

Der erste Eindruck ist bekanntlich wichtig. Das Bilderbuch, "Die Ton-Angeber" von Anna Czerwinska-Rydel und Marta Ignerska beeindruckt auf den ersten Blick mit seinen starken ungewöhnlichen Farben, die knallige Akzente in die sonst reduzierte Seitenlandschaft setzen. Trotz der Abstraktheit harmonieren Bild und Thema. Von Harmonie erzählt auch der Text. Nacheinander werden die einzelnen Instrumente eines ganzen Orchesters vorgestellt - informativ, ohne belehrend zu sein. Selten wurden Wissen und Freude in einem Bilderbuch so gekonnt vereinigt. Auch die Illustrationen spielen auf einem hohen Niveau; jeder Musiker, jedes Instrument, jeder Ton ist individuell und originell.

Ein ausdrucksstarkes, modernes Werk, das uns auf ganzer Linie überzeugen konnte.

Lea Kern und Tamara Pilz


„Es kommt doch nicht darauf an, wo du herkommst. Es kommt darauf an, wo du hingehst und mit wem“

Martin Baltscheit

Die besseren Wälder

Beltz & Gelberg 2013, 240 Seiten

ISBN: 978-3-407-82033-4

Ab 12 Jahre und alle


Die "Tierparabel" handelt von dem kleinen Wolf Ferdinand, dessen Eltern auf der Flucht getötet werden und der ganz alleine ankommt. Er wird von Schafen aufgezogen und merkt in der Pubertät, dass etwas mit ihm nicht stimmt. Als es zu einem Unfall kommt, stürzt er in eine Identitätskrise, entdeckt seine wahre Herkunft und macht sich auf die Suche nach dem, was er eigentlich ist.

 

Die besseren Wälder ist ein ganz besonderes Buch, das auf vielen Ebenen zu lesen ist und nachdenklich stimmt. Es steckt voller Wortspiele mit aktuellen Bezügen zur gegenwärtigen Flüchtlingspolitik, behandelt die Identitätsfrage und die Suche nach den eigenen Wurzeln. Die packende, humorvolle Coming- of-Age-Geschichte lässt mehrere Interpretationen zu, ist großartig illustriert und flüssig zu lesen. Sie ist sprachlich überzeugend, poetisch tief, regt zum Nachdenken an, ist unbedingt lesenswert und mit den ausdrucksstarken Bildern ein Gesamtkunstwerk.

Martin Baltscheit hat es drei Jahre zuvor als Bühnenstück konzipiert.


mimo

 



Ballade von zwei bösen Buben

Robert Louis Stevenson (Text)
Henning Wagenbreth (Illustrationen)
Der Pirat und der Apotheker
Eine lehrreiche Geschichte
Übersetzung, Nachwort, Gesamtgestaltung
Henning Wagenbreth
Peter Hammer 2012
ISBN 978-3-7795-0419-1

Ab 8 und für alle

Wüste Reime und provokante knallige Bilder erzählen uns Ausschnitte des (Innen)lebens zweier Jugendfreunde. Jeder von ihnen repräsentiert eine Seite des „Bösen“ – Robin, der Pirat, ein rüpelhafter Säufer, der seine Schlechtigkeit laut, offen, wild, aus Überzeugung auslebt; der andere, Apotheker Ben, geht hinterrücks und leise, dafür umso grausamer und nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht.

Was dieses Bilderbuch so außergewöhnlich macht, ist das Spiel der Gegensätze – man möchte sich ekeln vor all den Barbareien, kann aber nicht umhin sowohl die humorvolle Dichtung, die sich auf modernste Weise alten Erzählungen bedient, als auch diese durchdachte Farbexplosion der Illustrationen, stattdessen zu bewundern.

Der Pirat und der Apotheker ist ein Aufsehen erregendes Bilderbuch, das die unterschiedlichsten Reaktionen hervorruft, und uns nicht zuletzt auch aufgrund seiner durchgängigen Stimmigkeit (das Format, das die großflächigen Bilder unterstützt und Platz zum Schauen lässt, das Vorsatzpapier, die Umschlaggestaltung...) überzeugt hat.

Lea Kern




"Its perfectly horrible - and perfectly beautiful" *

Mark Twain (Text)

ATAK (Illustration)

Der geheimnisvolle Fremde

Aus dem amerikanischen Englisch von Ana Maria Brock

Carlsen 2012

ISBN 9798-3-551-78623-4

Für Jugendliche und Erwachsene

 

* Kommentar von Mark Twains Frau zur Geschichte, in der Mark Twain in den 12 Jahren ihrer Entstehung seinen Frust über die Schlechtigkeit und abgrundtiefe Dummheit der Menschheit zusammenfasste.

 

Der geheimnisvolle Fremde spielt im Eselsdorf in Österreich, wo der adrette und sympatische Satan, Engel und Neffe des bösen Onkels, sich mit drei Dorfbuben: Theodor, Nikolaus und Seppi, anfreundet. Er vertreibt ihnen und sich die Zeit, in dem er immer wieder in Menschenschicksale eingreift, deren Lebensverlauf verändert und zu einem bösen und abrupten Ende bringt - ohne Moral, ohne Gewissensbisse und ohne jegliches Gefühl. Mark Twains Satan entlarvt die Selbstgerechtigkeit, Wankelmütigkeit und Bigotterie der Menschen, übt Kritik an der christlichen Religion und hält ihnen den Spiegel ihrer Vernichtungsmaschinerie gegen sie selbst vor: Kriege und Morde, die  immer raffinierter und technisch ausgefeilter werden, vom Anfang der Menschheit bis zum Zukunftsszenarium. Was Mark Twain nur erahnen konnte, zeigen Ataks aktuelle, schaurige  Bilder vom biblischen Brudermord bis zum Sternenkrieg.

 

Die ganze Geschichte ist deprimierend, beängstigend und hoffnungslos, wären da nicht die tollen, farbenprächtigen, faszinierenden, mittelalterlich anmutenden Bilder mit ihren kunstgeschichtlichen Anspielungen, floralen Ornamenten und Vogelzeichnungen, die das düstere Szenarium zwar nicht auflösen, eher drastisch verstärken, aber doch erträglich machen.


In den Stuben der Dorfhonoratioren befinden sich Bilder von Manets Picknick, Magrittes „Ceci n'est pas une pipe“, Roy Lichtensteins, M-Maybe, auf einer Doppelseite ist Caspar David Friedrichs berühmtes Bild vom Wanderer im Nebelmeer zu sehen. Köstlich komisch auch Max Ernsts verfremdete Jungfrau, die den Jesusknaben vor drei Zeugen züchtigt,  Frieda Kahlos, Die zerbrochene Säule, Munchs Schrei, Lucas’ Star Wars, sowie Comicfiguren und vieles mehr gilt es zu entdecken, was dem Buch eine spannende und auch witzige Komponente hinzufügt, ein gewisses déjà-vu verschafft und den niederschmetternden Texteindruck abmildert.

 

Der geheimnisvolle Fremde ist ein Sammelsurium an Gewalt durch die Jahrtausende wie Hexenverbrennungen, Kolonialkriege, Sklaverei, Hitlerjungen, Kz-Szenen, Schlachten, Kriege, ... Das christlich strapazierte Wort „menschlich“ wird ad absurdum geführt.

 

Tiefgründig, mehrschichtig, doppeldeutig, bildgewaltig, exzessiv und ungehemmt. Schaurig schön.

 

mimo




"Groooooaaaarrrr"

Benjamin Chaud
Bühne frei für Papa Bär!
Aus dem Französischen von Anja Malich
Gerstenberg 2012
ISBN 978-3-8369-5432-7
Ab 3 Jahren und alle

Es herbstelt im Wald, die Laubbäume sind schon kahl und Papa Bär und sein kleiner Sohn haben sich in der Bärenhöhle zum Winterschlaf hingelegt. Papa Bär schnarcht bereits, da sieht der kleine Bär eine verspätete Honigbiene und folgt ihr.. "Wo eine Biene ist, ist auch Honig", weiß er. Und als Papa Bär "einen kalten Luftzug spürt, dort, wo eigentlich der warme Bauch des kleinen Bären sein sollte" und sein Verschwinden bemerkt, macht er sich auf die Suche nach ihm. Durch den Wald voller Tiere, die Großstadt voller Menschen, Autos, Häuser bis hin zum Opernhaus und hinein, verläuft die rasante Verfolgungsjagd.
Während der kleine Bär den Blick auf die Honigbiene gewandt, nichts von seiner Umgebung wahrnimmt, ist der große Bär zunehmend irritiert vom Lärm und Tumult der Großstadt.

Im subtilen Zusammenspiel von Bild und Text, sowie vielen Blickwechseln wird das Bärenabenteuer im Wimmelbuch-Charakter erzählt. Die wenigen Textzeilen sind wirksam unterhalb der großformatigen Illustrationen plaziert, was Bildern und Text genug Raum gibt.

Schon beim Aufschlagen des Buches, angefangen vom Vorsatzpaier, den ersten Seiten bis zum Anfang der Geschichte wird einem bereits warm ums Herz. Die Bärensuche spielt sich auf zwölf Dopelseiten mit großflächig kolorierten Zeichnungen in gedeckten Farben ab. Wobei Weiß-Akzentuierung für Lichtquellen oder die Gesichter des Opernpublikums eingesetzt sind. Auf jedem Bild gibt es weitere Geschichten zu entdecken oder selber zu erfinden, die die vielen verspielten und witzigen Details suggerieren. Sowohl im Wald, als auch in der Großstadt - hinter jedem Fenster gibt es so viel zu sehen - und was sich auf der Opernbühne, im Zuschaerraum und hinter den Kulissen im Opernhaus alles abspielt... so viel Raum für unerschöpfliche Phantasie.

"Bühne frei für Papa Bär!" ist ein fantasievolles,
liebevoll gestaltetes Bilderbuch im eindrucksvollen Hochformat, das zum immer wieder Reinschauen und Neuentdecken für kleine und ganz große Kinder, anregt. Ein Buch, in dem drei andere enthalten sind.
Sehr empfehlenswert!


mimo



Er fehlt mir so, mein Hut

Jon Klassen
Wo ist mein Hut
Aus dem amerikanischen Englisch von Thomas Bodmer
NordSüd 2012, 40 Seiten
ISBN: 978-3-314.10117-5
Ab 4 - 94 Jahre

Der Bär liebt seinen roten Hut. Doch plötzlich ist er weg, der Hut. Da macht sich der Bär auf den Weg und fragt die Tiere, die er trifft, nach seinem verschwundenen ,roten Hut. Bis, ja bis er sich erinnert wo, bzw. auf wessen Kopf er ihn zuletzt gesehen hat...

"Wo ist mein Hut" wirkt durch seine minimalistische Aufmachung erfrischend und witzig. Es sind Tiere - mundlos und mit sprechenden Augen - die nicht unbedingt in anderen Büchern zu finden sind. Auch die gedeckten Fraben sind sehr gut eingesetzt und auf die Tiere abgestimmt. Rot ist die Signalfarbe: der rote Hut, der Bär sieht rot, rot auch für die Wut.
Bild und die Schrift haben jeweils ihren eigenen Platz, wobei der Text, ebenso wie die Bilder so einfach eingesetzt sind, dass, wenn man nicht aufmerksam liest, zurückblättern muss, um die überraschende Pointe nicht zu überlesen.
Einfach genial und sehr lieb.
"Wo ist mein Hut" zählt zu unseren Lieblings-Bilder-Büchern im Herbst 2012
10 von 10 Punkten

Lea, Tamara und Zoë




Ein Bär mit Charakter

Jasmin Schäfer
Der Kragenbär
Bajazzo Verlag 2011
ISBN 978-3-905871-26-5

Ab 4 Jahre, keine Altersgrenze

Der Kragenbär spricht mehrere Sprachen fließend, denn er ist viel gereist. Wenn er traurig ist, zündet er manchmal eine Wunderkerze an oder besucht seine Ahnen im Museumszimmer...

Die zarten Zeichnungen sind in Schwarz Weiß gehalten, nur am Vorsatzpapier ist die Lämpchen-Girlande, die von Baum zu Baum gespannt ist, bunt. Am Tage zart, in der Nacht leuchtender. Auf den linken Seiten ist sehr sparsam der Text plaziert sowie jeweils ein Detail aus dem großflächigen Bild der rechten Seite.

Es passiert nicht viel, doch gibt es kleine Überraschungen, und es wird Wärme vermittelt.
Der Bär hat Charakter, er ist ein Charakterbär

Der Kragenbär ist ein echtes Schatz- und Wohlfühlbuch, das ich vom ersten Augenblick an in mein Herz geschlossen habe. Diese liebevoll gestaltete Bilderbuch würde ich gerne später meinen Kindern zeigen.

Lea Kern und Tamara Pilz




Ein Sommertag und viele Beerdigungen

  Ulf Nilsson (Text), Eva Eriksson (Ill.),
  Die besten Beerdigungen der Welt.
  Aus dem Schwedischen von Ole Könnecke.
  Moritz 2006
  ISBN 3-89565-174-5



Ein langweiliger Sommertag, doch dann findet Ester eine tote Hummel und das Schicksal nimmt seinen Lauf. Drei Kinder gründen eine Beerdigungen-AG. Ester organisiert, Putte weint und der Ich-Erzähler schreibt die Gedichte. Einen Tag lang beerdigen sie alle Tiere, die sie finden können. Eine Hummel, eine Spitzmaus, einen Igel, einen Hasen, die Mäuse aus Omas Keller, den Hahn von Esters Vater, den Hamster der Nachbarin und die Heringe aus dem Kühlschrank.
Doch dann beobachten sie eine Amsel, die gegen eine Fensterscheibe fliegt und stirbt. Das verändert und die letzte Beerdigung ist irgendwie anders:
"Eine andere Amsel sang sehr schön. Als ich vorlas, hatte ich einen Kloß im Hals. Ester weinte. Wir wurden alle von einer großen Heiligkeit ergriffen. Trauer, Trauer, wie ein schwarzes Tuch über der Lichtung. Und Putte schlief ein."

Ein durch und durch schwedisches Kinderbuch - die flapsige Sprache, die idyllischen Bilder (alle mit einem maigrünen Unterton) lassen Kindersommeratmosphäre aufkommen, wie mans immer schon mal haben wollte. Das Buch ist lustig und traurig, der Zugang zum Tod völlig kindgemäß und dennoch nicht unernst.
Besonders zu erwähnen sind auch die Gedichte des Ich-Erzählers, die einen im Lesefluss innehalten lassen und zum Nachdenken anregen.

Ich habs genossen, ich finds toll und ich hab beim Vorlesen eines Buches noch selten so gelacht!

Lena Samek


Dem Hasengott Isopo Kaimu schwinden die Kräfte

Shitaku Yae / Fujimura Hisakakazu (Text), Tejima Keizaburo (Illustration)
Der weise Hase Isopo
Ein Bilderbuch aus Japan
Aus demJapanischen von Izukawa Yoko
Baobab Books 2011
ISBN 978-3-905804-33-1

Ab 5 Jahren

Als der Hasengott Isopo älter wird, merkt er dass seine Kräfte schwinden und seine Augen ihn oft täuschen. Darüber ist er, der sich immer seines Lebens freute und überall geholfen hat, enttäuscht und traurig. Im Kreise seiner lieben fühlt er sich jedoch getröstet und geborgen. Die jungen Hasen sorgen für ihn und er erzählt ihnen Geschichten aus seinem Leben.

Isopo Kamui ist eine alte Erzählung der Ainu, der Ureinwohner Japans, die viele Jahre in enger Verbundenheit mit der Natur lebten. Sie sprechen eine eigene Sprache, für die sie jedoch keine Schrift entwickelten. Deshalb wurden ihre Geschichten mündlich tradiert. Die Autorin, Shitaku Yae, selbst eine Ainu und bekannte Geschichtenerzählerin - die Geschichte von Isopo wurde von Fujimura Hisaku aufgeschrieben. "Kamui" bedeutet in der Sprache der Ainu "mächtige Seele der Natur".

Uns haben besonders die wunderbaren Holzschnitte und gedeckten Farben fasziniert. Sie drücken einfach und klar die Stimmung von Isopo und der jeweiligen Landschaft aus und sind großartig in der Bewegung. Wir haben den Text laut gelesen, wobei uns die, wie ein Refrain wirkenden Worte wie z.B. "Ho rim rim, hoh rim rim", Hui! Hui! oder "Dabuhn, dadabuhn, tsah, schorokoroh!" viel Spaß machten.

Ein wunderschönes Bilderbuch, das in seiner Andersartigkeit und Klarheit beeindruckt und aus der Masse der Bilderbücher heraussticht - und das man immer wieder gern in die Hand nimmt.
(10 Punkte (von 10)

Jury der Jungen Kritiker



...ihm ging es um die Kunst.

Michael Ende / Henrike Robert (Illustration)
Die Ballade vom Seiltänzer - Felix Fliegenbein
Kindermann Verlag 2011
ISBN 978-3-

Ab 5 Jahren

Der Seiltänzer Felix Fliegenbein
ist so talentiert, dass er bald besser als sein Lehrer ist. Er bringt es in der Kunst des Tanzes auf dem Seil zu wahrer Meisterschaft. Diesee steigert er immer mehr, bis er so gut darin wird, dass er ...

Felix Fliegenbein  hat mir sehr gut gefallen. Ich bin ein großer Michael Ende Fan. Die Geschichte ist sehr reduziert, poetisch, stimmig und phantasievoll. Auch ein bisschen melancholisch. Sie erinnert an den kleinen Prinzen. Die Bilder von Henrike Robert sind durchdacht, und die ganze Farbkomposition gibt in ihrer Schichtheit dem Text noch einmal eine ganz andere Wirkung und ergänzt den aussagekräftigen Text gut. Generell sanft, mild in ihrer Leichtigkeit mit relativ einfachen Linien kombiniert.

Einzig das Cover ist nicht so geglückt. Im Inneren passt das Format gut, aber am Cover wirkt es nicht so und verliert. Das ist ein bisschen schade. Ansonsten ist es ein schönes Buch.
(9 von 10 Punkten)

Lea Kern und Tamara Pilz



"Bruder Bär, der du im Rachen der Erde schläfst, zeige dich!"


 Francois Place,
 Bruder Bär.
 Aus dem Französischen von Bernadette Ott.
 Boje 2006
 ISBN 3-414-82007-2


Steinzeit. Kaor wird geboren und von Anfang an beschützt ihn der Große Bär. Kaors Aufgabe wird, nicht wie bei den anderen Männern seines Stammes, das Jagen, sondern die direkte Konfrontation mit seinem Beschützer. Und diese wird sein ganzes weiteres Leben beeinflussen.

Die Geschichte beginnt allerdings viel früher und endet, wie viele Bücher dieser Sparte, mit dem Kreislauf des Lebens. Das mag in keinster Weise aussergewöhnlich sein und dennoch habe ich dieses Bilderbuch genossen. Bilder, Text und Seitengestaltung sind gut gelungen, sie harmonieren, erzeugen einen runden Gesamteindruck.
Die meisten der Aquarelle finde ich sehr berührend, die erdigen Farben, die Ferne und Nähe der Bilder erzeugen ein intensives Erleben der Geschichte.
Außerdem ist es einfach schön ein so langes, dickes Bilderbuch in großem Format zu lesen!

Lena Samek


hier und jetzt

 
 Jens Thiele,
 Der Junge, der die Zeit anhielt.
 Peter Hammer Verlag 2006
 ISBN 3-7795-0048-5



Anna wacht auf und alles steht still. Auch sie selbst bewegt sich nur ganz langsam. Endlich vor der Haustür hört sie ein Wimmern und Weinen, sie entdeckt einen Jungen und erfährt seine Geschichte. Die Situation um ihn herum erschien ihm so aussichtslos, dass er sich gewünscht hat, die Zeit bliebe stehen.
Gemeinsam machen sich Anna und der Jungen auf die Reise in seine Vergangenheit, dann in die Zukunft. Bis sie beide erkennen, dass ein Leben in der Gegenwart bzw. das (Er-)leben der Gegenwart am glücklichsten macht.

Das Buch ist ungewöhnlich - in den Farben, der Technik und auch in der Sprache. Mit kurzen, klaren Sätzen formuliert Jens Thiele eine dichte Geschichte, die vor allem von den Gesten der Protagonisten lebt. Die Bilder spiegeln das Innere der zwei Kinder in genau diesem Wirrwarr, das es ist. Oben, unten, rechts, links, drunter und drüber. Ein Baum, ein Fahrrad, Schatten, Kontur, geklebt, überklebt und ausgeschnitten.
Ich finde es wunderschön - rosa, grau, grün, sand, blau.

Besonders gefällt mir auch, dass die Geschichte endet, die Bilder aber weitergehen. Durch die Freundschaft mit Anna bekommt der Junge wieder Hoffnung und das drücken die beiden letzten Bilder unmissverständlich aus.

Lena Samek


Wie Arnold Schönberg, Tennis und eine Prinzessin unter einen Hut zu bringen sind...

 
  Arnold Schönberg, Peter Schössow,
  außerdem Nuria Schoenberg Nono und Matthias Henke,
  Die Prinzessin.
 
Hanser 2006
  ISBN: 978-3-446-20795-0


"Was für ein Schlamassel! Die Prinzessin hat Tennis gespielt und liegt jetzt mit lauter blauen Flecken im Bett. Der trottelige Diener Wolf ist ihr keine Hilfe. Es dauert ewig bis er eine Wärmflasche findet, was eine Apotheke ist, muss man ihm erst erklären und zu guter letzt vergisst er, wo die Prinzessin blaue Flecken hatte.
Der Komponist Arnold Schönberg hat seinen Kindern besonders gern Geschichten von einer nörgeligen Prinzessin und ihrem vertrottelten Diener Wolf erzählt. Eine davon ist als Tonaufnahme erhalten und erscheint hier zum ersten Mal..."
(Inhalt von www.hanser.de übernommen)

Deutlich ist bei dieser Geschichte zu merken, dass sie eigentlich mündlich erzählt wurde. Während unsrer Diskussion kamen wir zu dem Schluß, dass sich diese Geschichte einfach nicht eignet, um in einem Buch wiedergegeben zu werden. Sie ist lieb, die Personen sind lustig, die Geschichte nimmt ein erheiterndes Ende und dennoch fehlt irgendwie die Pointe.

Auch die klaren, einfachen, treffsicheren Bilder von Peter Schössow können da nur bedingt helfen, obwohl sie sehr gut und mit vielen Anspielungen untermalen. Sie schnitten mit ihrer bewussten Farbgebung und dem prägnanten Bildaufbau bei unserer Diskussion deutlich besser ab als die Geschichte.

Die wahre Siegerin dieses Buches ist aber Arnold Schönbergs Lebensgeschichte, die von Matthias Henke mit lebendigen, sehr kindgerechten Worten im letzten Drittel des Buches nacherzählt wird. Fesselnd und mit genau der richtigen Länge erfährt man einiges über sein spannendes Leben, seine Gedanken und seine Leidenschaft zu Musik, Tennis und dem Geschichten erzählen. Arnold Schönbergs Leben macht Lust auf Leben, sein Leben macht Lust auf Musik, sein Leben macht Lust auf Auseinandersetzung.

Mehr Bilderbücher über Künstler in dieser Qualität sind wünschenswert!

Lena Samek


'nur kam sie nicht so weit, wie sie dachte, sondern viel weiter...'

 
  Nikolaus Heidelbach,
  Königin Gisela.
  Beltz & Gelberg 2006
  ISBN 978-3-407-79906-7
  ab 5 Jahren


Ein Vater fährt mit seiner Tochter auf Urlaub. Jeden Abend erzählt er ihr die Geschichte von Gisela.
Gisela ist ein verwöhntes Mädchen und will eine Reise ohne Eltern machen.
„Nur kam sie nicht so weit, wie sie dachte, sondern viel weiter.“, denn ein Sturm bringt das Schiff, auf dem Gisela verweilt, zum Kentern und Gisela strandet auf einer kleinen Insel. Auf dieser Insel leben kleine, sprechende Erdmännchen!
Gisela, die ja so sehr verwöhnt wurde, führt sich schrecklich auf. Die armen Erdmännchen müssen alles tun, was sie sagt. Naja, müssen tun sie nicht, sie machen das einfach. Wie naiv!
Gisela lässt sich verwöhnen, doch das ist ihr nicht genug. Sie will Königin werden! Und zur Krönung wünscht sie sich tatsächlich einen Bikini aus Erdmännchenfell!!!
Doch den Erdmännchen war das nun doch zu viel. Sie planen eine Krönung und befördern Gisela am Schluss ins weite Meer, wo sie bis heute auf einem kleinen Floss herumschwimmt.

Das Buch ist einfach irrsinnig nett und lieb, die Erdmännchen sind so putzig! Die Bilder sind in verschiedenen Größen gedruckt,  sehr detailgetreu, aber auch sehr statisch, was unglaublich gut zum bestimmenden Ton von Königin Gisela passen. Außerdem wirken sie sehr stimmungsvoll, da sie in satten eher dunkel gehaltenen Farbtönen mit dem etwas kühlen und kompakten Text harmonieren.
Besonders das Bild, auf dem die Erdmännchen mitten in der Nacht ihre weißen Zähne zeigen und wo der Mond so dermaßen schön ist, als wäre er echt, gefällt mir sehr gut. Als Leser lebt man mit den Erdmännchen mit, man versteht sie und will sie unterstützen. Es ist spannend immer mehr auch von ihnen zu erfahren.

Der „Vorsatz“ des Buches ist auch sehr schön gestaltet. Der Urwald mit dem einsamen Erdmännchen im Mondlicht ist so stimmungsvoll, so schön, finde ich.

Es lohnt sich wirklich, dieses Buch zu lesen, denn  die Geschichte ist nicht nur fantasievoll, sie zeigt uns auch eindrücklich wie es ist, sich königlich, aber auch als Untertan zu fühlen und dass man nicht alles hinzunehmen braucht!

Kathrin Chiu und Lena Samek

...und wenn mein Großvater das erzählt, dann stimmt es auch.

 
  Heinz Janisch (Text), Aljoscha Blau (Ill.),
  Rote Wangen.
  Aufbau-Verlag 2005




Ein Junge und sein Großvater.
Großväter haben schon lange gelebt, einiges erlebt und wissen so viel zu erzählen. Manchmal erzählen sie Geschichten und manchmal die Wahrheit.

In diesem Buch erzählt uns der Junge von seinem Großvater und dessen Geschichten. Diese sind schön, traurig, aufregend, unglaublich und lustig.
Wer weiß, vielleicht bekommen auch wir, nicht vom Zuhören, aber vom Lesen 'rote Wangen'.

Das Buch ist so unglaublich stimmungsvoll, graphisch also wunderbar gestaltet.
Der Text ist in Form eines Schulheftes gestaltet. Es gibt einen Korrekturrand mit Kritzeleien, Tintenkleckser und die Schrift ist kindlich, aber ordentlich. Inhaltlich ist der Text sehr reduziert, beschreibt das Wesentliche und lässt viel Raum zu Geschichten weiterdenken. Zu jeder Geschichte gibt es jeweils ein Bild.
Auch diese sind sehr reduziert und doch gibt es einiges zu entdecken. Vor allem 'Wasser' wird öfter und wunderschön gemalt. Die Bilder unterstreichen wirklich den Text, so wie man es sich von einem Bilderbuch wünscht.

Leider aber, finden wir, dass der Junge nicht so gut gelungen ist, oft fänden wir die Bilder schöner ohne ihn. Weiters stören uns die gedruckten Seitenzahlen  - das hätte man durchaus auch mit der Kinderschrift schreiben können.

Nichts desto Trotz hat es uns allen sehr gut gefallen, jeder liebt eine andere Geschichte, jedem gefällt ein anderes Bild, die Widmungen aber finden wir alle einfach wunderbar!

Rezension der Bilderbuchjury


Anne Frank für 'kleine' Kinder?!


  Josephine Poole (Text), Angela Barrett (Illus.),
  Anne Frank.
  Aus dem Englischen von Mirjam Pressler,
  Arena 2005



'Die Geschichte der Anne Frank beginnt mit einem ganz gewöhnlichen Mädchen, so einem neben dem du in der Klasse sitzen könntest.'
So beginnt das Bilderbuch von der Geschichte Anne Franks. Mit einfachen Sätzen und reichlich bebildert, wird ihr Leben geschildert, das Schicksal der Juden und die Diktatur Hitlers.

Eigentlich finde ich es fragwürdig Kinder schon in so frühen Jahren mit so schwierigen, belastenden Themen zu konfrontieren. Ich finde es zwar sehr wichtig, sich damit zu befassen, jedoch nicht so früh. Ich meine einfach, dass Kinder es vielleicht nicht so gut aufnehmen über so schwere Sachen nachzudenken. Für ältere Kinder ist das Buch auch nicht so gut, denn da kann man ja gleich das echte Tagebuch lesen. Der Zeichenstil Angela Baretts gefällt mir sehr gut, jedoch sind die Bilder sehr düster und deprimierend, was natürlich zum Thema des Buches passt.

Alina Schnieder



Gut und böse?

 
  Martin Baltscheit (Text), Sybille Hein (Illus.),
  Da hast du aber Glück gehabt.
  Fischer Schatzinsel 2005




Der kleine Teufel
Loki hat gerade die Teufelsprüfung bestanden. Nun ist es seine Aufgabe einen passenden Menschen zu finden und ihm Unglück zu bringen. In Anton hat er bald das passende Opfer gefunden. Doch irgendwie stoßen alle seine Taktiken ins Leere. Denn immer wieder bekommt Anton zu hören: 'Da hast du aber Glück gehabt!' Wer pfuscht Loki dauernd ins Werk?

Das Buch ist sehr nett und ideenreich und ideal für kleinere Kinder. Wie so oft geht es um das Thema 'Gut und Böse', in diesem Buch aber sehr lustig bearbeitet. Wie erwartet siegt am Schluß das Gute, denn Lokis 'Gegenspielerin', ein Engel, schafft es Anton zu beschützen. Am Ende wirken Loki und der Engel fast wie Freunde, die gemeinsam ein Spiel gespielt haben. Das wird deutlich als der Engel sagt: 'Lass uns tauschen' und die beiden einen Kleiderwechsel durchführen. Sybille Hein illustriert dazu sehr treffend, lustig und kindgerecht. Am besten gefallen mir die Illustrationen zu den Teufels- und Engelsregeln, die sehr fantasievoll sind.

Alina Schnieder



Scheiße, Kacke, Aa, großes Geschäft, Fäzes, Kot, oder wie du es nennst- ein Thema, das einen immer und überall beschäftigt!

 
  Nicola Davies & Neil Layton,
  Das Buch vom Müssen und Machen.
  Aus dem Englischen von
  Uwe-Michael Gutschhahn
  Sauerländer 2005



Welcher Kot riecht am übelsten? Welches Tier kann am höchsten kacken? Wer macht die größte Portion? Und warum sprüht das Nilpferd seine Scheiße gerne durch die ganze Gegend?

Diese und viele andere Fragen werde im Buch gestellt und auch beantwortet. Warum sind Kuhfladen nass und Schafkacke trocken, obwohl beide Tiere Gras fressen? Welche Informationen können Wissenschaftler der Scheiße entnehmen, obwohl diese schon über 70 Millionen Jahre alt ist? Und welche Tiere sind daran beteiligt, dass die ganze Welt nicht in Kacke untergeht?

Ich finde dieses Buch alleine deshalb schon gut, weil die Darmentleerung eigentlich ein Tabu-Thema ist, über das kein Erwachsener gerne schreibt oder liest. Dabei beschäftigt es uns jeden Tag (mehr oder weniger). Babys finden es ganz amüsant, wenn sie es in ihrer Windel haben, wir sind sehr sauer, wenn wir in sie hineintreten. Dieses Buch liefert wirklich interessante Aspekte über (und von) Scheiße. Ich glaube nämlich, dass die wenigsten Hasenbesitzer wissen, warum ihr Schlappohr seinen Kot wieder frisst. Dabei hat das einen ganz einfachen Grund: Sie schaffen es nicht gleich beim ersten Mal alle Nährstoffe herauszulösen, darum fressen sie sie gleich noch einmal. Und  Elefanten geben ihren Babys mütterliche Kacke (natürlich aus biologischem Anbau)  zu fressen, damit sie Mikroben (wer das nicht weiß, aufgepasst: Mikroben sind unentbehrliche Verdauungshelfer, die im Darm hausen) bekommen.

Wollt ihr mehr über dieses superspannende Thema erfahren, um mit eurem Wissen über Scheiße anzugeben? Dann lest unbedingt dieses Buch!!

Doch nicht nur der Text ist super, die Bilder sind noch besser!! Ob Tapirkacke, Ziegenscheiße oder der Kot der gemeinen Ginsterkatze (habt ihr schon einmal von ihr gehört?), alles ist total gut und detailgenau gezeichnet. Besonders das fette Nilpferd, dass seine Scheiße gerade in der ganzen Gegend herumsprüht, ist  wirklich köstlich und herrlich witzig.

Ich hoffe, ihr seid auf den Geschmack gekommen (und ich hab euch nicht das Essen verdorben...). Wenn ja, schaut es euch einfach einmal an, es zahlt sich 100%-ig aus!

Rebecca Salat


Düster, wild und traurig

 
  Neil Gaiman (Text), Dave McKean (Bild)
  Die Wölfe in den Wänden.
  Aus dem amerikanischen Englisch von Zoran Drvenkar
  Carlsen 2005



Lucy hört Geräusche in den Wänden. Sie ist sich sicher, dass Wölfe in den Wänden wohnen. Doch weder ihre Mutter, noch ihr Vater oder ihr Bruder glauben ihr. Aber, wenn die Wölfe aus den Wänden kommen, das wissen sie alle, dann ist alles vorbei.
Und die Wölfe kommen...

Wild, düster und traurig war das Erste, das mir eingefallen ist, als ich das Buch sah. Dann hab ich gelesen. Und wieder gelesen. Dunkel sind die Bilder, traurig sind die Gesichter, ekelhaft sind die Wölfe.
Die Illustrationen sind ein wilder Mix aus Strichzeichnung, Kubismus, Ornamenthaftem, Fotos und Comics. Die Schrift wechselt zwischen allen Größen und Formen - mal gedruckt, dann krakelige Handschrift. Die düstere Stimmung kommt durch Bild und Schrift unmissverständlich rüber, doch der Inhalt wird nicht klarer - geht es um Streit, Missverständnisse, Familienzusammenhalt?
Das kann ich mir vorstellen, etwas deutlicher und 'durchsichtiger' hätte ich mir das allerdings schon gewünscht.

Lena Samek


Jasper schafft Platz - wer noch?

 
  Martin Bertelsen (Text), Hartmut Kozok (Graphik)
  Jasper schafft Platz
  ein Vorlese-Bastelbuch
.
  Lappan 2005



Jasper hat viel Spielzeug und noch viel mehr Klopapierrollen. Jetzt soll Jasper Platz schaffen, sagt seine Mama und da hat Jasper eine Idee. Ein Freund nach dem anderen wird besucht und mit einem Fernrohr oder Indianerschmuck, einer Schneeraupe oder einer Rakete beschenkt. Aus Klopapierrollen - man muss sie nur noch zusammenbauen...

Eine witzige, sehr schöne Idee für bzw. gegen das Chaos im Kinderzimmer. Besonders gefällt mir auch, dass auf die Wertigkeit von Spielzeug und 'Müll' eingegangen wird.
Das Buch gibt viele Anregungen und bleibt trotzdem mit den Beschreibungen und Anleitungen so vage, dass der eigenen Phantasie keine Grenzen gesetzt werden, sondern diese eher zu mehr angespornt wird.

Das Cover hat durch die besondere Gestaltung ('Löcher' und die rauhe Oberfläche einer Klopapierrolle) einen sehr hohen Aufforderungscharakter.
Die Bilder im Inneren sind eine Mischung aus computergenerierten Bildern und Fotos (meist die Bastelobjekte). Generell sind die Bilder sehr einfach gehalten und lassen viel Raum für die eigene Phantasie. Der Text ist leicht verständlich und doch nicht zu wenig.

Sowohl die Idee als auch die Umsetzung ist wunderbar und gut gelungen!! Jetzt müssen wir nur noch zu sammeln beginnen...

Lena Samek
 


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