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Kinderbücher


Wer anders ist, muss weg - oder - Zwischen Gruppenzwang und Gewissen

Hermann Schulz

Warum wir Günter umbringen wollten

Mit Bildern von Maria - Luise Witte

Aladin 2013, 150 Seiten

ISBN 978-3-8489-2017-4

Ab 10 Jahren

 

Im Jahre 1947 lebt der 12-jährige Freddy schon einige Jahre bei seinen Verwandten auf dem Land, da er Probleme mit seinen Eltern hatte. Er muss zwar mehr arbeiten, trotzdem fühlt er sich dort wohl. Unter der Woche passt er auf die Kühe auf oder Hilft bei der Ernte, am Sonntag streift er mit seinen Freunden durch den Wald. Eines Tages folgt ihnen Günter, der etwas unterbelichtet scheint und ständig Rotz an der Nase kleben hat. Da sie ihn nicht dabei haben wollen, schikanieren sie ihn schlimm. Bald kommt auch heraus was passiert ist, aber Namen hat Günter nicht genannt. Das ist jedoch nur eine Frage der Zeit, da ist sich Freddys Freund Leonhard sicher. Er überredet Freddy und seine Freunde zu etwas Unvorstellbarem - sie wollen Günter umbringen. Freddy weiß nicht wie er da wieder herauskommen soll.

 

Auf dem Cover von Maria – Luise Witte sieht man die Buben als verschwommene schwarze Gestalten auf einem ausgefahrenen Pfad auf den Wald zugehen.

 

„Warum wir Günter umbringen wollten“ ist ein hervorragendes Buch mit Thrillerqualitäten. Es zeigt sehr gut die Lage, in der Freddy steckt. Einerseits will er das nicht aber andererseits wird er, genauso wie die anderen Burschen in eine Erziehungsanstalt gesteckt wenn etwas rauskommen sollte. Ein tolles Buch, das einen anspruchsvollen Stoff behandelt. Ein gutes Buch für Thrillerleser, die auch mal etwas Realitätsnäheres lesen wollen.

 

Gregor Schindler

 

 


Ein Junge, der gesehen werden will

Raquel J. Palacio
Wunder
Aus dem Englischen von Andre Mumot
Carl Hanser Verlag München 2013, 381 Seiten
ISBN 978-3-446-24175-6
Ab 10 Jahren

August ist 10 Jahre alt und trotzdem noch nie zur Schule gegangen. Das liegt daran, dass er eine spezielle Form des Treacher-Collins-Syndroms hat. Die vielen Operationen ermöglichen ihm ein relativ normales Leben, aber sie haben ihn auch entstellt. Augusts Gesicht ist abschreckend und bizarr. Die kleinen Kinder am Spielplatz laufen vor ihm weg, die Erwachsenen wissen nicht wie sie sich verhalten sollen. Mittlerweile blendet August die Blicke aus, fast hat er sich daran gewöhnt, aber in der Schule geht die Fragerei natürlich von vorne los. Die Middelschool wird für August schrecklich und wundervoll zugleich. Er findet Freunde und Feinde, erfährt Unterstützung und Leid. August stellt sich dem Leben und das hat nicht nur für ihn, sondern auch für seine Familie und seine neuen Freunde weitreichende Folgen…

Das Cover des Buches gefällt mir sehr gut. Der Hintergrund ist in einem dunklen Rotton. Sechs große Kreise, in denen jeweils ein Buchstabe steht, bilden das Wort „Wunder“. Davor läuft ein Junge, der eine Kiste über den Kopf gestülpt hat, sodass man sein Gesicht nicht erkennt. Dieser Teil des Covers passt sehr gut, da August sein Gesicht nicht gerne zeigt.

In “Wunder” geht es um Freundschaft, Vertrauen und Mut. Mut etwas Neues nicht gleich abzuwerten und sich Problemen zu stellen und um Glück in den seltsamsten Momenten.

Dieses Buch geht einem richtig unter die Haut und bewegt einem sehr. Die Geschichte dieses Jungen ist rührend, aber nicht unbedingt traurig. Mir hat sehr gut gefallen, dass nicht nur aus Augusts Sicht erzählt wird sondern auch aus der Sicht von den anderen Familienmitgliedern und seinen Freunden.
Absolut lesenswert!

Sarah Rabong



Eine wundersame Geschichte um ein wundersames Mädchen

Catherynne M. Valente

Die wundersame Geschichte von September, die sich ein Schiff baute und das Feenland umsegelte

Aus dem amerikanischen Englisch von Sylke Hachmeister

Illustrationen von Ana Juan

Rowohlt 2013, 320 Seiten

ISBN 978-3-499-21632-9

Ab 11 Jahren

 

September wohnt in Nebraska, wo sie ein recht langweiliges Leben führt. Doch eines Tages kommt der Grüne Wind auf der Leopardin der leichten Lüfte angeflogen und nimmt sie mit ins Feenland. Dort ist alles sehr aufregend. Kaum angekommen, bietet sie der Hexe Lebwohl an, ihren Zauberlöffel, der von der Herrscherin des Feenlandes, der Marquess, gestohlen wurde, zurückzubringen. Auf der Reise dorthin freundet sie sich mit dem Bibliowurm A-bis-L an. Als sie aber in der Hauptstadt des Feenlandes ist, befiehlt ihr die Marquess, die Septembers Pläne kennt, in den gefährlichen Gespinstwald zu gehen und etwas zu holen, was in einem Sarg liegt.  Zusammen mit A-bis –L und dem Marid Samstag macht sich September auf den Weg zum Gespinstwald.

 

Am Cover sind ockergelbe Verzierungen. In der Mitte ist ein Oval in dem man September, die einen riesigen Schlüssel hinter ihrem Rücken hält, und A-bis-L, dessen Flügel in Ketten liegen, zu sehen. Das Ganze schaut für mich, besonders mit dem Rotton des Buches, wie ein Märchenbuch aus.

 

Mir hat „Die wundersame Geschichte von September, die sich ein Schiff baute und das Feenland umsegelte“ wirklich fantastisch gut gefallen. Es ist wie ein altes Kinderbuch, wie zum Beispiel „Der Zauberer von Oz“ geschrieben, was dem Buch einen ganz eigenen Charme verleiht. Es ist zwar kindlich geschrieben, aber auf jeden Fall auch für Erwachsene und Jugendliche geeignet. Ein heißer Tipp für alle Fans von alten Kinderbüchern.

 

Gregor Schindler

 



Eine stille Sommergeschichte mit ungeheurer Wucht

Linn T.Sunne                                                           

Das Leben spielt sich anderswo ab                      

Aus dem Norwegischen von Nina Hoyer       

Gerstenberg 2013, 110 Seiten                                  

ISBN 978-3-8369-5464-8                                         

 Ab 13 Jahren


Ella lebt in einem kleinen Dorf in Norwegen, wo nicht besonders viel los ist. Eines Tages geht sie mit ihren Freundinnen auf eine Party. Dort erlebt sie dann einen Absturz und am nächsten Tag weiß sie nicht mehr, was gestern passiert war. Vollkommen fertig ruft sie Steinar, den die meisten nur Psycho nennen, an. Der holt sie ab und kümmert sich um sie. Als er sie dann nach Hause bringt, bittet er sie seine Alibifreundin zu sein. Sie denkt eigentlich gar nicht daran, da sie außerdem hinter ihrer Flamme Simon her ist, aber durch ein Druckmittel schafft es Steinar doch. Da wird Ella auch langsam klar, warum man ihn Psycho nennt.

 Das Cover ist fast ganz leer, nur zwei Schaukeln ganz oben am Rand und deren Schatten sind zu sehen.

„Das Leben spielt sich anderswo ab“ ist ein ungewöhnliches Buch, doch nicht schlecht. Die Zeit verging beim Lesen sehr schnell, obwohl ich nicht das Gefühl hatte, dass es rasant wäre, sondern eher dahin floss. Mir hat es sehr gut gefallen. Ein heißer Tipp für alle, die einmal aus dem Mainstream ausbrechen wollen.

Gregor Schindler

 

 

 


Der verhängsnisvolle Apfelwurf

T. R. Burns

Sam Hinkel und die Akademie für Ärger

Aus dem amerikanischen Englisch von Christian Dreller

KJB 2013, 347 Seiten

ISBN 978-3-596-85499-8

Ab 10 Jahren

 

Der dreizehnjährige Sam Hinel hat versehentlich eine Aushilfslehrerin mit einem Apfel umgebracht. Deswegen kommt er auf die Kilter  Akademie für Problemkinder, doch wie sich ehraustellt ist die ganze Akademie nur Fassade, denn dort geht es ganz und gar nicht wie in einer Militärschule zu. Die Kinder haben allen möglichen Luxus und sie werden sogar zum Ärgermachen aufgefordert und zu sogenannten Troublemakern ausgebildet. Zuerst fühlt Sam sich dort nicht wohl, da er meint das ganze nicht verdient zu haben, aber mit der Zeit gewöhnt er sich an die neue Ordnung.

 

Am Cover sieht man Sam Hinkel in einem Klassenzimmer stehen, (das für eine Ärgerakademie sehr sauber ist) und mit einer Steinschleuder, die mit einem Apfel geladen ist, auf den Btrachter zielen.

 

Mir hat „Sam Hinkel“ nicht besonders gut gefallen. Es war zwar nett geschrieben und leicht zu lesen, allerdings gab es grobe Fehler in der Handlung. Wie zum Beispiel kann ein Apfel jemanden umbringen? Außerdem finde ich haben Sams Freunde völlig überzogen reagiert als sie erfahren haben, dass er jemanden umgebracht hat, und es außerdem ein Unfall war. Meiner Meinung nach wurde auch das Wort „Trouble“ überstrapaziert. Es mag ja im Englischen ganz gut klingen, doch hätte man es im Deutschen ruhig an einigen Stellen ersetzen können.

 

Gregor Schindler

 


Nat und Wooody suchen den Kopf des Dämons

Di Toft

Wolfengruft, 3. Band

Aus dem Englischen von Ilse Rothfuss

Chicken House 2013, 326 Seiten

ISBN 978-3-551-52038-8

Ab 11 Jahren

 

Nach dem Sieg über die Vampire in Frankreich nahmen der dreizehnjährige Nat und sein Freund Woody einen Job der Nightshift Agentur, die übersinnliche Phänomene bekämpft, an. Beide sind wichtig für Nightshift da sie Gestaltwandler sind. Zurück in England, sin dise auf ihrem ersten Einsatz, doch Lucas Scale ist aktiver denn je und heuert neue Werwölfe an. Nun befiehlt ihm der Dämon, dem er sein Leben verdankt auch noch den Kopf des schlimmsten Dämons der Welt zu finden. Das darf nicht geschehen, sonst würde die ganze Welt untergehen. Von Teddy Davis, ein Nightshift Agent und Nats ehemaliger Peiniger, erfahren sie davon und versuchen nun ihrerweits den Kopf vor Scale zu finden. Allerdings hat Nat plötzlich Probleme mit der Verwandlung und bleibt in einem hässlichen Zwischenstadium stecken. Jetzt hat er zwei Ziele, nämlich den Kopf zu finden und sein eigenes Problem zu lösen.

 

Wie schon auf den Covern der vorigen Bände, ist darauf ein Vexierbild angebracht und man sieht darauf entweder Nat in seiner Menschengestalt oder Nat in dem Zwischenstadium zwischen Mensch und Wolfen. Hinter ihm ist eine Höhle zu sehenm in der sich unheimlich viele Kisten befinden. Das ist die Gruft unter Nightshift, in der sich allerlei Geheimnisse befinden.

 

In „Wolfengruft“ geht es wieder um den Kampf Gut gegen Böse. Di Tofts Buch hat mir zwar gut gefallen, ich bin aber schon enttäuscht darüber, dass das Buch lang nicht so gut wie seine Vorgänger ist. Trotzdem kann ich es allen, die wissen wollen wie es mit Nat und Woody endet nur, empfehelen.

 

Gregor Schindler

 



Die Brüder Dschingis und Nergul aus der Mongolei und der Dämon Abschiebung

Frank Cotrell Boyce

Der unvergessene Mantel

Aus dem Englischen von Sahla Naoura

Mit Fotografien von Carl Hunter & Clare Heney

Carlsen 2012,  100 Seiten

ISBN 978-3-551-55594-6

Ab 10 Jahren

 

Als der  neue Bub, namens Dschingis, in Julies Klasse kommt sind alle erstaunt darüber wie komisch er und sein Bruder Nergui aussehen. In dicke Pelzmäntel gekleidet und das mitten im Sommer! Außerdem hat sein Bruder, der eigentlich in eine andere Klasse gehört, eine komische Mütze auf, die er sich bis zu den Augen hinuntergezogen hat. Die beiden kommen aus der Mongolei und sind Nomaden. Als die Brüder Julie in der Pause zu ihrem guten Ratgeber machen, ist sie natürlich geschmeichelt, möchte aber auch mehr über die Mongolei erfahren. Vor allem die Fotos, die Dschingis mit seiner Sofortbildkamera macht, faszinieren sie. Doch sind die überhaupt echt? Und was hat es mit dem mysteriösen Dämon auf sich, der Nergui verfolgt?!

 

Das Cover des Buchesist so gestaltet, dass der Titel in einer krakeligen Schülerschrift geschrieben ist. Der Mantel darunter sieht auch so aus als ob ihn ein Schüler gezeichnet hat. Darauf sieht man die Landschaft der Mongolei: wüste und Berge. Das ganze ähnelt einem Schulheft.

 

„Der unvergessene Mantel“ handelt viel von Freundschaft. Ich fand das Buch faszinierend und es hat mich auch sehr fasziniert, dass es auf einer wahren Geschichte beruht. Sie ist, wie ich finde gut im Stil der Zeit geschrieben.

Ein gutes Buch für alle die gerne auf Tatsachen beruhende Geschichten lesen.

 

Gregor Schindler



Eine geheimnisvolle Begegnung und ihre Folgen

Melanie Welsh
Felicity Gallant und das Auge des Sturms. 1.Band
Aus dem Englischen von Peter Knecht
Oetinger 2012, 319 Seiten
ISBN 3-7915-2246-9
Ab 11 Jahren

Die junge Felicity Gallant hat wahrlich kein leichtes Leben. Sie wird in ihrer Schule gemobbt, ihre Eltern bevorzugen ihre jüngere Schwester und ein wenig zu dick ist sie auch noch: Ihre einzige Zuflucht ist die Welt der Bücher. Stundenlang sitzt sie in der Bibliothek von Wellow und wünscht sich nichts sehnlicher, als einmal ein echtes Abenteuer zu erleben. Und tatsächlich, eines Tages begegnet sie in der Bibliothek einem großen, dunkelhäutigen Mann, der ihr ein Buch in die Hand drückt - und dazu ein geheimnisvolles kleines Kästchen aus Holz. Schon am nächsten Tag legt die Sturmwolke, das gigantische Segelschiff der Gentry, einer ehemaligen Schmugglerorganisation, im Hafen an. Von da an überschlagen sich die Ereignissse: Felicitys gruselige Großmutter quatiert sich in ihrem Haus ein und ist schrecklich gemein zu ihr, Felicitys Vater benimmt sich plötzlich reichlich seltsam und ihre gute Freundin Alice verlässt Wellow fluchtartig. Zusammen mit ihren Freunden Martha und Henry kommt Felicity einem uralten Geheimnis auf die Spur, wobei das geheimnisvolle Kästchen eine wichtige Rolle spielt…

Auf dem wunderschönen Cover sind die schattenhaften Umrisse  von Felicity mit wehendem Haar und ihrer besten Freunde abgebildet. Der stimmungsvolle farbige Hintergrund in auquamarin verlauft zur Mitte hin sehr hell und nach außen hin sehr dunkel. Über dem gesamten oberen Teil ist der Titel des Buches in geschwungenen, altmodischen Lettern geschrieben. Außerdem sieht man noch die schwarzen Umrisse eines Kompass, ein kleines Schiff, zwei Fische und einen Anker.

Dieses Buch ist wahnsinnig gut aufgebaut – es gibt ein Geheimnis, das anfangs noch ganz nebensächlich wirkt, dann aber immer mehr in den Mittelpunkt rückt und ein wesentlicher Bestandteil des „großen Finales“ ist. Am Ende der Geschichte sind alle Rätsel klar. Der Spannungsaufbau ist phänomenal und das Buch mit seinen vielen humorvollen wie auch spannenden Wendungen liest sich leicht und flüssig. Es gibt zwar auch einige Stellen, die etwas langweilig sind, was allerdings durch die vielen, sehr spannenden Teile des Textes wunderbar ausgeglichen wird. Das Buch ist sehr interessant, jedoch nicht zu intensiv und dramatisch, humorvoll und immer spannungsreich.
Sehr zu empfehlen!

Selma Köhler


Galgenmännchen als Bestrafung im Haus der Möglichkeiten

Seita Parkkola

Wir können alles verlieren. oder gewinnen

Aus dem Finnischen von Elina Kritzokat

Beltz & Gelberg  331 Seiten

ISBN 978-3-407-82013-6

Ab 11 Jahren

 

Taifun bekommt eine letzte Chance seinen Schulabschluss zu machen und will diese unbedingt nützen. Die neue Freundin seines Vaters, Ira, besorgt ihm einen Platz im „Haus der Möglichkeiten“, wo sie Schulpsychologin ist. Doch die Regeln in dieser Schule sind hart: denn  „Problemfälle“, wie z.B. Taifun, werden Freunde zugeteilt, die sofort melden, wenn er nicht da ist. Seine Freizeitbeschäftigungen werden von der Schule ausgesucht und wenn er etwas falsch macht, wächst der Galgen. Sobald das Männchen hängt, wird das Kind bestraft. Taifuns letzte Zuflucht ist die verlassene Fabrik in der India und Ihre Bande leben. India taucht immer wieder in Taifuns Leben auf, schreibt Botschaften an die Wände und hinterlässt ihre Lollis in seinem Zimmer. Zusammen haben sie ein Ziel, das gefährlicher nicht sein könnte. Sie müssen die Masken im Keller der Schule zerstören….

 

Das Cover passt gut zum Buch. Es ist in gedeckten Farben gehalten. Vor dem blau / weiß verwaschenen Hintergrund verteilt sich der Titel über das gesamte Cover, weiters ist ein Maxel, das am Galgen hängt in gelber Farbe gemalt.


Mir hat die Geschichte gut gefallen. Es war genau beschrieben, welche Macht die Schule auf die Kinder ausübt und wie sehr sie in der Schule verändert werden. Die Sprache ist trocken, was hier gut passt.. Mich hat allerdings der Teil mit den Masken gestört, da hier plötzlich Fantasy-Elemente verwendet werden, was ich irritierend fand.Trotzdem ein gutes Buch.

 

Sarah Rabong

 



Manipulation versus freier Wille

Seita Parkkola

Wir können alles velieren. Oder gewinnen

Aus dem Finnischen von Elina Kritzokat

Beltz & Gelberg 2012, 333 Seiten

ISBN 978-3-407-82013-6

Ab 11 Jahren

 

 

Taifun ist von vielen Schulen geflogen. Jetzt hat er noch eine Chance im Haus der Möglichkeiten, wo die neue Freundin seines Vaters, Ira Frost, als Psychologin tätig ist. Taifun ist überrascht von den Lehrmethoden dieser Schule, in der das Galgenmännchen Spiel praktiziert wird. Bei jedem Fehler wächst der Galgen und wenn der Galgen fertig ist, wird man bestraft.

In einer Fabrik stößt Taifun dann auf das Mädchen India, das früher ins Haus der Möglichkeiten ging. Sie warnt ihn nicht länger an der Schule zu bleiben, da er dort sowieso keine Möglichkeit hätte. Langsam kommt Taifun zu dem Schluss, dass mit der Schule etwas nicht stimmt. Was hat es mit dem geheimnisvollen Keller auf sich und mit den Masken der Schüler, die darin gelagert sind?

 

Am Cover sieht man eine Wand, die mit Graffiti bemalt ist und darauf ist ein Galgenmännchen geschmiert

 

Das Buch handelt sehr viel davon, dass man einen freien Willen hat. Mir persönlich hat es nicht so gut gefallen. Ich fand, dass die Geschichte und die Art wie sie geschrieben ist, nicht zueinander passen. Es wird aus der Ich-Perspektive erzählt und wirkt manchmal ein wenig ungeordnet. Ein gutes Buch für alle, die gerne Bücher über Schulen mit dunklen Machenschaften lesen.

 

Gregor Schindler



Als der Dunkle Doge erwachte ...

Nina Blazon
Laqua. Der Fluch der schwarzen Gondel
Cbj 2012, 378 Seiten
ISBN 978-3-570-15475-5
Ab 10 Jahren

Als Kristina die Winterferien mit ihrem Bruder Jan und ihrer fröhlichen Tante Sara bei ihrer Urgroßmutter in Venedig verbringen soll, ist sie nicht wirklich begeistert, denn ihre Nonna, wie Kristinas Urgroßmutter genannt wird, ist, obwohl sie ein Hotel betreibt nicht gerade herzlich ihnen gegenüber. Aber ihr Vater ist auf Geschäftsreise und ihre Wohnung hat einen Wasserschaden. Schon am Weihnachtsabend fällt Kristina auf, dass ein Kind einfach so die Fassade hochklettert. Und das ist erst der Anfang. Dunkle Mächte treiben sich in Venedig umher, und ihr Ziel scheint tatsächlich Kristinas Tante Sara zu sein.

Auf dem Cover des Buches sieht man das Heck eiener Gondel. Von ihr weg schlängelt sich ein durchsichtiger Wasserdrache Dahinter spannt sich eine Brücke über den Kanal, auf der zwei Kinder, die nur als Schatten zu erkennen sind, laufen. Der nebelige Hintergrund verleiht dem ganzen einen mythischen Charme.

Mir hat „Laqua“ sehr gut gefallen, da es sehr bildlich geschrieben ist, und ich mir Venedig sehr gut vorstellen konnte. Das Buch ist perfekt für Leute, die Venedig lieben.
 
Gregor Schindler
 

Oksa unschlagbar!

Anne Plichota, Cendrine Wolf

Oksa Pollock, Band 4 – Die Unbeugsamen

Aus dem Französischen von Bettina Bach und Lisa- Maria Rut

Oetinger 2012, 399 Seiten

ISBN 978-33-7891-4505-6

Ab 11 Jahren


Endlich ist es soweit: Oksa tritt ihr Amt als neue Huldvolle an. Gleich in der Kammer des Umhangs erwartet sie eine schwierige Aufgabe. Sie muss das Herz der beiden Welten retten. Das ist gar nicht so einfach, doch Oksa schafft es und steht vor einem neuen Problem. Wie soll sie aus der Kammer des Umhangs herauskommen, ohne dass sie wieder von den Treubrüchigen gefangen genommen wird? Ihre Großmutter hilft ihr dabei indem sie ihr einen Geheimgang zeigt. Am Ende des Geheimgangs trifft Oksa Plemplem und flieht mit ihm. Nun kann sie ihr Volk bei der Revolution unterstützen. Aber Oksa ist immer noch in Sorge um ihre Mutter und ihren Freund Gus, die im Da-Draußen bleiben mussten.

 

Auf dem Cover sieht man wie bei den vorherigen Teilen Oksa vor einem violetten Hintergrund, über den sich Ranken ranken. Sie ist kampfbereit mit einem Feuerball in der Hand, Ocious ibefindet sich hinter ihr und streckt die Hand nach ihr aus.

 

Wie immer hat mir „Oksa Pollock“ sehr gut gefallen, da die Geschichte spannend und jedesmal wieder originell ist. Allerdings fand ich, hätte man die Rettung der beiden Welten noch in den dritten Teil packen können. Es geht in dem Buch sehr viel um den Kampf zwischen Gut und Böse. Der vierte Band der Oksa-Reihe ist ein Muss für alle, denen schon die ersten drei Bände gefallen haben. Er ist wieder so stark wie der erste Band.


Gregor Schindler

  


Eine Zeitreise in fantastische Welten

Thomas Mendl
Im Land der Stundendiebe
Oetinger 2012, 413 Seiten
ISBN 978-3-7891-4294-9
Ab 10 Jahren
 
Als die Eltern der Zwillinge Anna und Ben für eine Woche wegfahren, sind die beiden hellauf begeistert, denn um auf sie aufzupassen kommt ihre Tante Mia, bei der sie tun können, was sie wollen. Aber ein Stromausfall ändert alles. Um den Strom wieder einzuschalten gehen die beiden in den Keller und befinden sich plötzlich in einer anderen Zeit, nämlich im Jahr 1919 und ihr Haus gehört dem Weinhändler Isidor Tegelmans. Derr glaubt, dass hinter ihrem Auftauchen sein Bruder Samuel steckt und gibt sie kurzerhand in ein Waisenhaus. Dort treffen sie auf Tim, Tango und Cleo, denen dasselbe wie ihnen passiert ist. Zusammen wollen sie herausfinden was dahinter steckt.

Auf dem Cover ist Annas und Bens Haus abgebildet, das über dem Meer schwebt. Rechts unten befindet sich ein Stapel weißer Kisten, in der Mitte schwebt Insectulus und links sieht man eine Art Rohr mit einem Bullauge aus dem jemand herausschaut.

Mir hat „Im Land der Stundendiebe“ sehr gut gefallen. Am Anfang war ich von dem Buch nicht wirklich begeistert, aber umso mehr ich gelesen habe, umso mehr hat es mich gefesselt. Dieses Buch ist gut geeignet für Leute, die selber gerne Zeitreisen unternhemen würden.
 
Gregor Schindler


Die Entführung der Eloise Mohnschnecke

Maris Putnins
Die wilden Piroggenpiraten
Aus dem Lettischen von Matthias Knoll
Bilder von Karsten Teich
Fischer Schatzinsel 2012, 645 Seiten
ISBN 978-3-596-85452-3
Ab 9 Jahren

Die junge Mohnschnecke, Tochter des ehrenwerten Händlers Mohnstrudel, möchte unbedingt zu einem von Graf Napoleon von und zu Schnittes, veranstalteten Bällen gehen. Um auf die Insel Sankt Krokant zu gelangen, auf die der Graf verbannt wurde, bittet sie den Angestellten ihres Vaters, Eclair sie dorthin zu rudern. Der unsterblich in sie verliebte Eclair tut ihr den Gefallen aber auf Sankt Krokant läuft alles schief. Der attraktive Hörnchen lädt sie zu einer kleinen Rundfahrt ein, und wird dabei von den schrecklichen Speckpiroggen, deren Kapitän der gefürchtete Kapitän Mordan ist, entführt. Eigentlich wollten die Piroggen Mohnschnecke verkaufen, doch mit der Zeit stellt sie das Leben der Speckpirogggen ganz schön auf den Kopf. Jetzt putzen sie sich jeden Tag die Zähne, waschen sich und betreiben Morgengymnastik. Zur selben Zeit macht sich Hörnchen, nach dem Befehl seines Vaters, mit dem alten Diener Zwieback auf den Weg zu einem weit entfernten Sklavenmarkt. Eclair und sein neuer Freund, der Pelmen Otto macht sich auf die Suche nach Mohnschnecke.

Am Cover sieht man das Piroggenschiff und vorne am Heck Mohnschnecke. Hinter ihr stehen Kapitän Mordan und Eclair

Mir hat „Die wilden Piroggenpiraten“ sehr, sehr gut gefallen. Ich fand die Idee, Essen als Figuren zu verwenden einfach einzigartig. Das Buch punktet mit viel Wortwitz. 648 Seiten phnatastischer und lustiger  Unterhaltung.
Das Buch ist sehr gut für Leser geeignet die gerne einmal etwas Außergewöhnliches lesen wollen. LESENSWERT!
 
Gregor Schindler
 

Typisch Uroma!

Eli Rygg

Goodbye, Uroma!

Aus dem Norwegischen von Nina Hoyer

Gerstenberg 2012, 220 Seiten

ISBN 978-8369-5392-4

Ab 9 Jahren

 

Mikaels Uroma ist anders als sich manche vielleicht eine typische Uroma vorstellen. Obwohl sie schon 92 Jahre alt ist, ist sie bei bester Gesundheit und immer für eine verrückte  Idee zu haben. Eines Tages schickt sie eine E-Mail an all ihre Freunde und Verwandte in der sie ankündigt, dass sie am 14. September um17 Uhr vorhat zu sterben und lädt dazu alle herzlich ein. Bis zu ihrem Tod sind es noch zwölf Tage und diese Tage will Mikael unbedingt mit seiner Uroma verbringen. Außerdem gibt es noch viele Dinge zu erledigen bis Uroma stirbt.  Ein Totenhemd besorgen, den Sarg bestellen, die Beerdigung vorbereiten, das Sterben üben und noch vieles mehr. Außerdem müssen geeignete Mieter für Uromas Haus gefunden werden. Zu Mikaels Freude sind das Signe, das Mädchen in das sich Mikael im Einkaufszentrum verliebt hat, und ihre Mutter.

 

Am Cover sieht man Mikael und seine Uroma die mit verschränkten Armen an einander gelehnt sind und sich anlächeln. Rundherum sind lauter Sachen aus dem Buch: Eine Elvis Presley-Platte, ein U-Boot und Fische, Uromas Sarg, ein Regenschirm, eine Plattenspieler und ein Brief.

 

Mir hat „Goodbye, Uroma!“ gut gefallen. Es ist ein witziges Buch, bei dem man aber, wie ich finde, nicht laut loslacht, sondern eher schmunzelt. Das Buch ist nett geschrieben und zeigt, dass der Tod genauso zum Leben gehört wie alles andere. Auch der Schreibstil ist anders, da es nicht, wie in vielen Büchern, in der Mitvergangenheit sondern in in der Gegenwart geschrieben ist. Das Buch ist gut geeignet für Leute, die gern etwas schrägere Bücher lesen.

 

Gregor Schindler




Rätselhafte Zeitreise

Rosemary Wells
Die Rätselhafte Reise des Oscar Ogilvie
Aus dem amerikanischen Englisch von Ingrid Weixelbaumer
dtv junior 2012, 367 Seiten
ISBN 978-3-423-76055-3
Ab 10 Jahre

Alles läuft gut für den elfjährigen Oscar Ogilvie. Er und sein Vater sind leidenschaftliche Modelleisenbahnsammler und haben schon eine beträchtliche Sammlung im Keller stehen. Doch dann kommt die Wirtschaftskrise. Die Eisenbahn muss verkauft werden, Oscars Vater geht auf Jobsuche nach Kalifornien und Oscar selbst muss bei seiner Tante leben. Doch in der Weihnachtszeit trifft er sich oft mit dem Nachtwächter der Bank, Mr. Applegate und lässt dort in der Eingangshalle immer die Eisenbahn, die er und sein Vater an die Bank verkaufen mussten, fahren. Eines Tages allerdings wird in der Bank eingebrochen und in seiner Panik springt Oscar auf die Modelleisenbahn - und findet sich plötzlich in einem wirklichen Zug wieder.

Am Cover von „Die rätselhafte Reise des Oscar Ogilvie“ sieht man Oscar selber wie er auf eine Eisenbahn hinunter fällt, sowie vier Briefmarken mit den Portäts der Protagonisten.

Mir gefällt dieses Buch wirklich gut. Ich finde es toll, dass es ein sehr kompliziertes Thema, nämlich Zeitreisen, sehr einfach und verständlich erklärt wird.
Ein heißer Tipp für alle Zeireise-Fans.

Gregor Schindler
 

Neue Identität gefragt.

Jordan Sonnenblick
Buddha-Boy
Aus dem Englischen von Gerda Bean
Carlsen 2012, 206 Seiten
ISBN 978-3-551-58251-5
Ab 12 Jahre

Wieder einmal zieht San Lee um, und wieder einmal kommt er in eine neue Schule. Welche Identität soll er diesmal annehmen? Sein Vater hat ihm eigentlich beigebracht sich immer der Masse anzuschließen, aber was, wenn er einmal etwas ganz neues macht und sich so von der Masse abhebt? Er gibt sich also als Zen-Buddhist aus und sammelt jede Menge Informationen zu dem Thema. Kurze Zeit läuft es ganz gut, doch als er und Woodie aus seiner Klasse zusammen ein Projekt über Buddhismus machen sollen wird es immer schwieriger den Schein zu wahren.
Am Cover von „Buddha-Boy“ sieht man einen Basketball und eine Buddhastatue was beides sehr gut zum Buch passt.

Eigentlich hat mir das Buch sehr gut gefallen. Manchmal war es ein klein wenig verwirrend und ein bisschen hat es mich gestört, dass zu früh der Grund dafür genannt wurde warum Sans Adoptivvater im Gefängnis sitzt. „Buddha-Boy“ ist ein gutes Buch für Leute, die gerne auch etwas mehr über Buddhismus erfahren wollen.
 
Gregor Schindler


Noah Barleywater rennt weg

John Boyn (Text), Oliver Jeffers (Illustrationen)

Der Junge mit dem Herz aus Holz

Aus dem Englischen von Adelheid Zöfel

S. Fischer Verlag 2012

ISBN 978-3-596-85477-6

Ab 10 Jahren

 

Der achtjährige Noah läuft von zu Hause weg. Doch nicht etwa, weil es ihm nicht zu Hause gefällt, nein, sondern weil er Abenteuer erleben will. Denn er findet, dass er mit seinen acht Jahren noch nicht genug erreicht hat. Also macht er sich auf den Weg in die weite Welt. Schließlich kommt er in ein Dorf mit einem beeindruckenden Baum. Von einem hilfreichen Dackel erfährt er, dass hinter diesem Baum ein Spielzeugladen steht. Noah  ist hellauf begeistert und stattet diesem sofort einen Besuch ab. Dort sieht er lauter Spielzeug aus Holz in den fantastischsten Farben angemalt. Gleichzeitig lernt Noah einen alten Mann, den Besitzer des Geschäfts, kennen. Dieser ist sehr freundlich und lädt Noah zum Essen ein. Dabei entdeckt Noah eine Kiste mit Marionetten, die der Vater des alten Mannes geschnitzt hat. So beginnt der alte Mann zu erzählen, denn jede Puppe hat eine eigene Geschichte.


Auf dem Schutzumschlag sieht man einen Baum, der mit Sternen an Schnüren behängt ist. Links unten liegen zwei Turnschuhe und der Hintergrund sieht aus wie ein Brett.

 

Der Junge mit dem Herz aus Holz“ ist ein eher ruhigeres und sehr schönes Buch. Bei dem Titel denkt man zuerst, man habe es mit einem hartherzigen Jungen zu tun, doch nach und nach erfährt man, was der Titel wirklich bedeutet. Außerdem lösen sich zwei kleine Rätsel: nämlich wer der alte Mann ist und warum Noah weggelaufen ist. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, da es eher ruhiger zum Lesen war.

Ein gutes Buch für alle, die einmal etwas Ruhiges, Schönes und Trauriges lesen wollen.

 

Gregor Schindler



Kann ein Engel zum Teufel umfunktioniert werden?

Kenneth Bøgh Andersen

Die teuflischen Abenteuer des Filip Engel

Aus dem Dänischen von Antje Subey-Cramer

dtv 2011. HC, Deutsche Erstausgabe, 400 Seiten

ISBN 978-3-423-76040-9

Ab 11 Jahren

 

Die teuflischen Abenteuer des Filip Engel“ ist ein phantastischer Roman, dessen Titel alleine schon lustig durch den Kontrast klingt. In dem Buch geht es darum, dass Filip durch ein Missverständnis in der Hölle landet, obwohl er überhaupt keinen bösen Charakter hat. Eigentlich sollte der Schultyrann Damian in die Hölle gelangen und den Teufel ablösen, da dieser todkrank ist. Doch so einfach lässt sich der Fehler nicht beheben und deshalb soll Filip einfach einmal sein Glück versuchen. Kurz nach seiner Ankunft in der Hölle finden Filip und seine neue Freundin, die Temptanerin Satina, heraus, dass Luzifer vergiftet wurde.


Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es ist sehr lustig und hat  sehr übersichtliche Wendungen. „Die teuflischen Abenteuer des Filip Engel“ ist durch seine „verkehrte“ Welt amüsant und spannend. Ein heißer Tipp.


Gregor Schindler

 

 



Die Unterwasserwelt ist für Menschen bewohnbar geworden

Kat Falls
Das Leuchten
Aus dem amerikanischen Englisch von Petra Koob-Pawis
Ravensburger 2011, 319 Seiten
ISBN: 978-3-473-40069-0
AB 12 Jahren

„Das Leuchten“ ist ein spannender Science Fiction Roman. In ihm geht es darum, dass der Meeresspiegel angestiegen ist und die Menschen auf den Meeresgrund  ziehen. Der 15-jährige Ty wächst dort unten auf und wie bei allen Unterwassermenschen leuchtet auch seine Haut. Aber er hat ein Geheimnis: seine dunkle Gabe. Eines Tages begegnet er Gemma, einer Bewohnerin von Oben, die ihren Bruder, der als Schürfer unten im Meer arbeitet, sucht. Gemeinsam kommen sie der geheimnisvollen Seablite-Gang auf die Spur. Doch ihr Anführer Shade ist mit allen Wassern gewaschen und nicht so leicht zu fangen. 


Das Cover ist wunderschön, sodass man es gleich und gerne in die Hand nimmt und neugierig auf die Geschichte wird. Es ist in Blau/Schwarztönen gehalten mit weißer Schrift. Vorne schwimmt ein Qualle und wenn man das Buch bewegt entsteht der Eindurck von leuchtenden Punkten.


Das Buch hat mich sehr gepackt und besonders am Ende verschlingt man es. Eine überraschende Wende und ein dramatisches Ende machen das Buch lesenswert.

Sehr empfehlenswert für Science Fiction- und Unterwasser-Fans.


Gregor Schindler




Oksa Pollock, Die Unverhoffte

Anne Plichota, Cendrine Wolf

Oksa Pollock. Die Unverhoffte. Bd. 1

Aus dem Französischen von Bettina Bach und Lisa-Maria Rust.

Oetinger März 2011

ISBN 978-3-7891-4502-5

Ab 12 Jahren

 

Oksa ist gerade mit ihrer Familie, ihrem besten Freund Gus und dessen Familie nach London gezogen. Dort geht sie auf die St. Proximus Schule. Eigentlich wäre die Schule perfekt, gäbe es da nicht ihren fiesen Klassenlehrer McGraw. Doch schon bald hat Oksa andere Sorgen. Warum lodern in ihrer Hand Feuerbälle? Doch als wäre das nicht genug, kann sie plötzlich auch schweben und Sachen umher fliegen lassen. Noch dazu erscheint ein seltsames Mal um Oksas Bauchnabel. Dann endlich erfährt sie den Grund für ihre Gaben: Ihre Familie stammt aus einem geheimen Land,  aus dem vor vielen Jahren ihre Großmutter fliehen musste. Durch sie, Oksa, können sie endlich wieder dorthin zurück. Aber davor muss Oksa noch viel lernen.

 

„Oksa Pollock“ ist spannend und lustig geschrieben. Mir gefällt es sehr gut, da es packend geschrieben ist. Die Hauptperson Oksa ist nett dargestellt, da sie nicht, wie viele Hauptpersonen sonst, knallhart ist, sondern auch gerne träumt.

 

Auf dem Einband sieht man Oksa  wie sie einen  Feuerball in der Hand hält. Schräg über ihr ist der Titel in leicht verschnörkelten Buchstaben geschrieben. Das Ganze befindet sich auf einem blauen Hintergrund auf dem sich Zweige und Ranken befinden.

Das Buch ist gut geeignet für Neuzeit-Fantasy-Liebhaber.

10 von 10 Punkten

 

Gregor Schindler



Die Wut, die Angst und die Freundschaft des Jon Withcroft.

Cornelia Funke (Text) / Friedrich Hechelmann (Ill.)

Geisterritter

Dressler 2011, 238 Seiten

ISBN 978-3-7915-0479-7

Ab 10 Jahren

 

Als Jon nach Salisbury ins Internat geschickt wird, ist der Meinung, dass der Vollbart, der neue Freund seiner Mutter dahinter steckt. So beginnt er seine erste Woche voller Wut auf ihn, doch bald hat Jon ganz andere Sorgen. Fast hätte er einen Herzinfarkt bekommen als er drei Geister unter seinem Fenster stehen sieht. Noch dazu jagen sie ihn am nächsten Abend und diesmal ist auch ihr Herr und Meister mitgekommen. Ein Geist mit einem seidenen Strick um den Hals der Jon "Hartgill" nennt . Dabei heißt er doch Jon Withcroft! Nur um ein Haar erwischen sie ihn nicht. Jon ist sich sicher, dass er seinen zwölften Geburtstag nicht mehr erleben wird, als er plötzlich unerwartet Hilfe bekommt. Ella, eine Schülerin des Internats, die in Salisbury wohnt, bietet ihm an, ihre Großmutter Zelda Littlejohn, die sich sehr gut mit Geistern auskennt, um Rat zu fragen.  Diese meint jedoch, dass die Geister nicht gefährlich seien und sie ihn nicht mal anfassen könnten. Jon und Ella sind sich da aber nicht so sicher und Ella hat die Idee William Longspee, einen Geisterritter um Hilfe zu bitten. Das tun sie auch und William Longspee erscheint tatsächlich…

 

Mir hat "Geisterritter" sehr gut gefallen. Faszinierend fand ich, dass es viele der Figuren und Schauplätze der Geschichte wirklich gab, beziehunsweise gibt. Mir haben die Geschichte und die Idee dahinter sehr gut gefallen. Eine Eigenschaft Cornelia Funkes, die mich immer wieder fasziniert, ist, dass ihre Bücher oft noch 50 bis 100 Seiten weitergehen, obwohl man denkt die Geschichte wäre schon zu Ende und man sich trotzdem nicht durchquält, sondern immer noch gefesselt davon ist.

 

Am Cover sieht man die leuchtende und riesige Gestalt William Longspees in der Kathedrale von Salisbury auf die winzige Gestalt Jons zu gehen. Dieses Bild findet man auch im Kapitel sieben „Der tote Ritter“ auf Seite 75 wider. Der Illustrator Friedrich Hechelmann stattete das Buch mit wirklichen wunderschönen Bldern aus.

 

Das Buch ist ein heißer Tipp für Cornelia Funke-Fans und Geistergeschichtenliebhaber.

 

Gregor Schindler

 



Übersensible Riechzellen und verstärkte Blähungen

Di Toft

Wolfenblut, Band 2

Aus dem Englischen von Ilse Rothfuss

Chicken House bei Carlsen 2011

ISBN 978-3-551-52022-7

Ab 11 Jahren

 

Nachdem Nat durch  die Blutspende des Wolfen Woody den Angriff des Werwolfs Lucas Scale überlebte, fliehen er und seine Mutter Jude fliehen nach Frankreich, wo sein Vater bei dem erfolgreichen Zwielicht-Zirkus arbeitet. Doch Woodys Blutspende hinterlässt Folgen. Nat kann jetzt im Dunkeln sehen und auch andere Eigenschaften zeigen sich nach und nach. Noch dazu würde die Agentur Nig Shift, die übernatürliche Phänomene auf der ganzen Welt bekämpft, ihn und Woody gerne anstellen, da sie im Moment viel mit bösen Kryptiden zu kämpfen haben. Diese sind  Fabelwesen, die es, wie die meisten Leute glauben, nicht gibt, aber trotzdem existieren. Doch als Nat dieses Angebot unterbreitet wird, lehnt er ab. Eine Schreckensnachricht teilt ihm Quentin Crone, der Chef von NightShift, noch mit: Die Leiche von Nats und Woodys Erzfeind Lucas Scale wurde nie gefunden! Als NightShift dann auch noch in der Vermutung bestätigt wird, dass Lucas Scale durch einen teuflischen Pakt mit einem Dämon überlebt hat, schicken sie die NightShift Agentin Alexandra Fish in den Zwielicht –Zirkus. Dieser geht gerade in die Winterpause nach Salina. Doch dort läuft es gerade nicht so glatt. Ein Vampir treibt sein Unwesen. Also nehmen die Zirkuskryptiden, unter der Führung von Alexandra Fish, den Kampf mit dem Vampirnest auf.

 

„Wolfenblut hat mir sehr gut gefallen, da es lustig und spannend geschrieben ist. Als ich zum Beispiel erfahren habe, dass Lucas Scales Leiche nie gefunden wurde, musste ich das Buch kurz zur Seite legen, so hat mich das überrascht.

 

Auf dem Cover sieht man einen Wolfen, der sich, da es ein Vexierbild ist, durch Drehen in Nat verwandelt. Im Hintergrund sieht man einen Friedhof und darunter ist auf einem Grabstein der Titel geschrieben.

 

Im Vergleich zum ersten Band "Der Clan der Wolfen"gibt es in "Wolfenblut" eine größere Bandbreite von Figuren und Fabelwesen - und - er ist spannender. Der zweite Band übertrifft den ersten noch.

 

„Wolfenblut“ ist empfehlenswert für Leute, die gerne alte Sagengestalten, etwas aufgefrischt dargestellt, mögen.

10 von 10 Punkten.

 

Gregor Schindler



Vom kleinen Mädchen zur Top-Agentin

Elfie Donnelly

Emma Panther und die Sache mit dem Größenwahn. 1. Band

Oetinger 2011, 314 Seiten

ISBN 3-7891-3321-3

Empfohlen ab 10 Jahren

 

Emma Panther ist 11 Jahre alt, ziemlich klein und durchschnittlich intelligent – denkt sie - bis sie eines Tages durch Zufall einen Staatsempfang durcheinanderbringt und prompt von Geheimdienstchef Ypsilon zur Spezial-Geheimagentin in Ausbildung berufen wird. Zusammen mit ihren Freunden und Kollegen, dem intelligentesten Mädchen der Stadt und Santi, in den sie sich Hals über Kopf verliebt, soll sie eigentlich auf die Kinder der Stars und Reichen ihres Landes aufpassen. Doch als die Kinder mitbekommen, das ein kleiner, größenwahnsinniger Prinz vorhat, die Wichtigen der Welt zu schrumpfen und dann auch noch Emmas Stiefschwester in Lebensgefahr gerät, schreiten die Junior Agenten unverzüglich zu Tat. Sie reisen nach Minimalien, um Emmas Schwester – und nebenbei noch die ganze Welt – zu retten, und geraten dabei selbst in lebensgefährliche Situationen...

 

Das Cover zeigt Emma mit ihrer Panthermütze, die sich hinter einer Mauerecke versteckt, und den kleinen Prinz Yarvis von Minimalien mit einem Maßband in einem Raum mit lila Wänden und einem krummen Fenster mit blauen Vorhängen. Links oben in der Ecke steht mit pinker Schrift der Titel des Buches.

 

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil die Handlung lustig und einfallsreich ist und viel Wortwitz aufweist. Wenn man dieses Buch liest, fühlt man sich hineinversetzt in die bunte und aufregende Welt von Emma Panther, hat jedoch nie das Gefühle, dass die Probleme, die die kleine Emma hat, irgendwie sonderlich bedrohlich sind. Trotzdem ist das Buch immer spannend und unterhaltsam und hat kaum langweilige „Leerstellen“.

Ich lese dieses Buch immer wieder gerne, weil es so locker und mit viel Abwechslung in der Wortwahl geschrieben ist. Es heitert jeden tristen Regentag auf. SEHR zu empfehlen!

 

Selma Köhler

 



Die Einsamkeit des Traummädchens

David Almond

Mina

Aus dem Englischen von Alexandra Ernst

Ravensburger 2011, 254 Seiten

ISBN 978-3-473-36820-4

Ab 10 Jahren


Mina ist anders als andere Leute, jedenfalls anders als die in ihrer ehemaligen Klasse. Sie denkt viel nach, mag Eulen, Katzen, Nonsens und freut sich über die kleinen Dinge des Lebens. Eines Tages, genauer gesagt, am Anfang des Buches beschließt Mina ein Tagebuch zu führen. In diesem schreibt sie auf, was sie alles erlebt und was sie erlebt hat. Sie berichtet wie sie in die „Unterwelt“ gegangen ist, weshalb sie von der Schule genommen wurde und noch andere Geschichten.

Am Cover sieht man Mina in ihrem Baum, allerdings nur als eine schwarze Figur. Unter dem Baum ist eine Katze und oberhalb von Mina sitzt ein Vogel in seinem Nest. Alles ist ein bisschen verzerrt und am Rand des Covers  befinden sich Blätter.

 „Mina“ ist ein nettes und teilweise auch heiteres Buch. Minas Geschichte ist sehr locker geschrieben und es gibt immer wieder Stellen, in denen außergewöhnliche Aktivitäten vorgestellt werden, und auch erstaunliche Tatsachen. Das Buch ist empfehlenswert für Leute, die gerne ruhigere Bücher lesen.


Gregor Schindler



Urlaubsreise in die Vergangenheit

Anja Stürzer

Somniavero

mixtvision 2011

ISBN-13: 978-3939435365

Ab 10 Jahren


Jochanan macht mit seinen Eltern Urlaub. Doch nicht etwa in Frankreich oder in Afrika. Nein, in der Vergangenheit! Sie verreisen deshalb dorthin, da es in ihrer Zeit nur Städte gibt, kaum noch Tiere und große Ödnis außerhalb der gesicherten Städte. Doch bei ihrer Rückreise  werden sie von dem Wissenschaftler Dr. Paulus verfolgt. Jochanan schafft es nicht durch das Zeittor zurück in das Jahr 2122, da das Somniavero, das Mittel, das man zum Zeitreisen benötigt, nicht ausreicht und so bleibt er im Jahr 2031 hängen. Aber es gibt noch eine Möglichkeit: In zwei Tagen, um Mitternacht öffnet sich in Berlin am Brandenburger Tor ein weiteres Zeittor. Zusammen mit seinen neuen Freunden Merlin, Akascha und Michael, mit denen er eigentlich gar nicht reden dürfte, da es die Zukunft verändern könnte, ist er auf dem Weg dorthin. Doch Dr. Paulus ist ihnen dicht auf den Fersen.

 

 „Somniavero“ hat mir gut gefallen. Es hat mich beeindruckt, wie die Geschichte gegliedert war. Es ist nämlich nicht so, dass alles in einem einzigen Buch zusammengefasst ist, sondern es gibt fünf Büchlein in denen immer jemand anderer erzählt. Die Box, in der die fünf Bücher aufbewahrt werden, zeigt Berlin im Jahr 2031. Am Himmel sieht man Autos fliegen, sonst ähnelt es unserer Zeit. Die Bücher selber haben individuelle Einbände. Die Illustrationen des Buches sind sehr witzig, da sie so aussehen als hätte man die Personen und Hintergründe ausgeschnitten und dann zu einem Bild zusammengesetzt.

„Somniavero“ ist ein Buch für Leute, die gerne ein bisschen, aber nicht zu viel Science-Fiction haben wollen.

 

Gregor Schindler



Hugo, das verkannte Genie

Sabine Zett (Text), Ute Krauss (Ill.)
Hugos geniale Welt. Bd. 1
Loewe 2011, 188 Seiten
ISBN 978-3-7855-7144-6
Ab 10 Jahren

 „Hugos geniale Welt“ ist ein lustiges Buch, in dem es darum geht, dass Hugo, der sich für ein verkanntes Genie hält, das Herz, der eine Klassenstufe höheren Viola erobern will. Dabei scheut er keine Mühe. Er hat sogar schon einen Plan. Außerdem will er ein berühmter Sportler und damit erstens reich werden und zweitens Violas imponieren. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn irgendwie klappt keine Sportart- weder Fußball noch Handball und auch Ballett nicht. Aber Hugo lässt nicht locker.

Das Cover erinnert an einen Collegeblock, was, wie ich finde, sehr gut zum Inhalt passt. Vom Titel hängt Hugo kopfüber herunter und auf dem ganzen Einband sind Bilder aus dem Buch, das teilweise illustriert ist.


Das Buch ist lustig, aber mir persönlich hat es nicht so gut gefallen, da Hugo oft zu dumm und selbstverliebt ist. „Hugos geniale Welt“  ist gut geeignet für Leute, die gerne lachen.

 

Gregor Schindler



Story zu verkaufen

Sabine Zett

Hugos Masterplan

Illustrationen Ute Krause

Loewe 2011, 190

ISBN 978-3-7855-7145-3

Ab 10 Jahren


In „Hugos Masterplan“ will Hugo reich und berühmt werden und da bietet sich auch plötzlich eine Gelegenheit: Ihr neuer Geschichtelehrer, Doktor Torres, schaut überhaupt nicht lehrertypisch aus. Mit seinem durchtrainierten  Körper wirkt er eher  wie ein Agent. Das gäbe    eine Story, die sich gut ans Fernsehen verkaufen ließe. Doch wer in seiner Klasse könnte der Schurke sein? Hugo hilft Doktor Torres so gut er kann. Doch er hat viel größere Probleme: Seine Noten sind nicht gerade die besten und eine Nachhilfelehrerin ist da, wie seine Mutter findet, unbedingt nötig. Doch Hugo ist in diesem Punkt anderer Meinung und versucht diese unbedingt los zu werden.


Das Cover zeigt, wie schon im ersten Band, den  Collegeblock, auf dem man Hugo auf dem Titel gelehnt sieht und um ihn herum die Bilder aus dem Buch.


„Hugos Masterplan“ ist ein witziges Buch, doch es gefällt mir nicht so sehr, da es zwar, wie ich finde, lustige Stellen gibt, die einen aber nicht wirklich lauthals lachen lassen.

Für Leute, die gerne lachen wollen, ist dieses Buch empfehlenswert.

4 von 10 Punkten


Gregor Schindler



Das gestohlene Gourmet-Essen

Elfie Donnely
Emma Panther und die Sache mit dem Größenwahn

Oetinger 2011, 314 Seiten

ISBN 978-3-7891-3321-3
Ab 10 Jahren

Emma Panther ist elf Jahre alt und für ihr Alter sehr klein. Als ihr Vater, der Feuerwehrmann Martin Panther, Geburtstag hat, will Emma für ihn ein Geschenk kaufen. Sie weiß auch schon was sie ihm schenken will: Ein Gourmet-Essen. Dumm nur, dass so etwas viel Geld kostet. Als ihr Vater als Feuerwache zu einem Staatsbankett muss, sieht Emma eine Chance. Sie versteckt sich im Feuerwehrauto und fährt heimlich mit zu dem Bankett. Dort angekommen schleicht sie sich hinein und lässt ein paar Speisen von dem Gourmet-Essen der Staatschefs  mitgehen.
Leider wird sie entdeckt und muss fliehen. Emma schafft es sogar dem GGDW, dem geheimsten Geheimdienst der Welt, zu entkommen. Aber am nächsten Tag nach der Schule finden die Agenten sie wieder und nehmen
sie in einer Limousine mit. Doch statt sie zu bestrafen, macht ihr der Geheimdienstchef Ypsilon ein großartiges Angebot. Sie soll mit zwei anderen Kindern zu einer Geheimagentin ausgebildet werden. Natürlich willigt Emma sofort ein,. Das ist auch gut so, denn der kleine Prinz Yarvis von Minimalien denkt sich einen hinterhältigen Plan aus, wie er der größte Politiker werden kann.

Mir hat „Emma Panther“ sehr gut gefallen, da die Geschichte sehr lustig und ungezwungen geschrieben ist. Auch die Namen sind sehr einfallsreich und lustig.

Auf dem Cover sieht man Emma mit ihrer Panthermütze, wie sie um die Ecke schaut und Prinz Yarvis beobachtet, der sich mit eienm Maßband abmisst. Das Zimmer in dem sie stehen ist ganz in Lila gehalten.

Das Buch ist gut geeignet für Leute, die gerne lustige Bücher lesen.

Gregor Schindler



Bibliothekar Balsam gegen "GRAUSIK"

Kate Klise /Text), M. Sarah Klise (Illustration)

Friedhofsstraße 43. Band 2. Nur über meine Leiche!

Aus dem amerikanischen Englisch von Nina Schindler

ISBN 978-3-8369-5395-5

Ab 8 Jahre


Der 11-jährige Severin Hoffnung wohnt mit Ignaz B. Griesgram und dem Gespenst Olivia C. Spence in der Friedhofstraße 43. Dort schreiben Ignaz und Olivia die Kapitel für das Fortsetzungsbuch „ Friedhofstraße 43.“, die Severin illustriert. Er wohnt deshalb dort, weil seine Eltern ihn im Stich gelassen haben. Severin ist so lange glücklich, bis der Vorsitzende der Organisation GRAUSIK, Dirk Tator, durch einen anonymen Brief davon Wind bekommt, dass Severin nicht zur Schule geht, sondern zu Hause von Ignaz und Olivia unterrichtet wird. Das ist natürlich für Dirk Tator undenkbar. Ehe sie es sich versehen, wird Severin ins Waisenhaus gesteckt und Ignaz in die Irrenanstalt eingewiesen, da er an Gespenster glaubt. Die Einzige, die sich noch in Freiheit befindet, ist Olivia. Außerdem wird langsam die Zeit knapp, da zu Halloween die nächsten Kapitel für

„ Friedhofstraße 43.“ fertig sein müssen. Ob sich das noch ausgeht?

 

Nur über meine Leiche „ hat mir sehr gut gefallen, da die Namen der Personen sehr lustig sind. Besonders fasziniert hat mich die Idee, wie der Text gestaltet wurde, da zum Beispiel nicht stand: „Er öffnete die Tür und ging hindurch“, sondern das Buch besteht aus Briefen, Zeitungsartikeln und geschriebenen Dialogen. Bei den Dialogen kennt man sich gut aus, da jede Person einen eigenen Schrifttyp hat und man deshalb keine Begleitsätze verwenden muss.


Am Cover sieht man Severin, wie er zu einem Grab geht, auf dem „Olivia C. Spence, April 1818 - Oktober 1911“ steht.

Das Buch ist gut geeignet für Leser, die gerne lachen.

 

Gregor Schindler



Somniavero - Zeitreisedroge

Anja Stürzer
Somniavero. Eine Geschichte, fünf Blickwinkel
mixtvision 2011
ISBN 978-3-
Ab 10 Jahren
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Jochanan macht mit seinen Eltern Urlaub. Doch nicht etwa in Frankreich oder in Afrika. Nein, in der Vergangenheit! Sie verreisen deshalb dorthin, da es in ihrer Zeit  nur Städte gibt, kaum noch Tiere und große Ödnis außerhalb der gesicherten Städte. Doch bei ihrer Rückreise  werden sie von dem Wissenschaftler Dr. Paulus verfolgt. Jochanan schafft es nicht durch das Zeittor zurück in das Jahr 2122, da das Somniavero, das Mittel, das man zum Zeitreisen benötigt, nicht ausreicht und so bleibt er im Jahr 2031 hängen. Aber es gibt noch eine Möglichkeit: Um Mitternacht in zwei Tagen öffnet sich in Berlin am Brandenburger Tor ein weiteres Zeittor. Zusammen mit seinen neuen Freunden Merlin, Akascha und Michael, mit denen er eigentlich gar nicht reden dürfte, da es die Zukunft verändern könnte, ist er auf dem Weg dorthin. Doch Dr. Paulus ist ihnen dicht auf den Fersen.

 

„Somniavero“ hat mir gut gefallen. Es hat mich beeindruckt wie die Geschichte gegliedert war. Es ist nämlich nicht so, dass alles in einem einzigen Buch zusammengefasst ist, sondern es gibt fünf Büche,r in denen immer jemand anderer erzählt. Die Box, in der die fünf Bücher aufbewahrt werden,  zeigt Berlin im Jahr 2031. Am Himmel sieht man Autos fliegen, sonst ähnelt es unserer Zeit. Die Bücher selber haben individuelle Einbände. Die Illustrationen des Buches sind sehr witzig, da sie so aussehen als hätte man die Personen und Hintergründe ausgeschnitten und dann zu einem Bild zusammengesetzt.


„Somniavero“ ist ein Buch für Leute, die gerne ein bisschen, aber nicht zu viel Science-Fiction haben wollen.

 

Gregor Schindler

 



"Es ist schwierig, zu sich selbst zu finden!"

  Theresa Breslin,
  Das Medici-Siegel.
  Aus dem Englischen von Petra Koob-Pawis
  cbj 2007
  ISBN 3570132463
  ab 12 Jahren


Sadino, ein Straßenräuber lockt den jungen Matteo in einen Hinterhalt,  um von ihm etwas einzufordern, das weder ihm noch Matteo gehört: Ein unscheinbares Siegel, dass der Junge für ihn gestohlen hat, und nun nicht mehr hergeben will.
Die letzte Rettung für Matteo ist der Sprung in den reißenden Fluss.

Er wird von den Gefährten Leonardo Da Vincis gefunden und gerettet. In aller Güte nehmen sie ihn mit ins nächste Dorf – und behalten ihn. Matteo wird Da Vincis Lehrjunge; er lernt viel und begleitet Da Vinci auf seinen Streifzügen und Forschungen. Wenn es um seine Vegangenheit geht, dann verstrickt er sich in ein geschickt gestricktes Lügennetz. Trotzdem nimmt Sadino seine Spur auf und schreckt vor nichts zurück, auch nicht vor dem Töten unschuldiger Menschen…

In dem Buch, das zu Beginn des 16. Jahrhunderts in Italien spielt, geht es um Abenteuer, Intrigen und Verrat, vor allem aber um Leonardo da Vinci, weiters um die Borgias und die Medicis.
Mir hat der Schreibstil gut gefallen und das ich mich sehr für Leonardo Da Vinci interessiere, war es sehr spannend zu lesen und ich habe es sehr genossen…
Was mich allerdings sehr gestört hat war, dass die Autorin STÄNDIG irgend etwas beginnt, und dann nicht zu Ende führt. Ein Beispiel: Krieg. Matteos Leute sind in der Unterzahl. Es wird ganz genau beschrieben, wie sie sich fühlen, was sie denken, und wie sie losreiten.
Ein paar Pferde sterben und dann – neues Kapitel, Matteos Leute haben gewonnen…
Ich finde, man kann in einem Buch höchstens drei Zeitsprünge machen, sonst wird das nervig

Das Cover finde ich sehr schön. Alles passt zusammen und man kann es „angreifen“, d.h., wenn man es gegen das Licht hält, erkennt man feine Linien, nämlich die Notizen Leonardo Da Vincis.

„Es ist schwierig, zu sich selbst zu finden. Und auch wenn du der Wahrheit mitunter ausgewichen bist, so hat sie dich doch stets begleitet. Und nun musst du ihr gerecht werden…“

Rica Holer

„Er war der stille Bruder meiner Seele“ - er wusste alles, was er brauchte, um seinen Auftrag auszuführen.

 
  Mirjam Pressler,
  Golem stiller Bruder.
  Beltz & Gelberg, 2007
  ISBN 978-3-407-81021
  Ab 12 Jahre


Mirjam Pressler hat den Legenden um den Golem eine weitere Variante hinzugefügt. Mit „Golem stiller Bruder“ ist ihr ein gut recherchierter und gekonnt konstruierter Roman gelungen, den man, einmal mit dem Lesen angefangen, nicht eher aus der Hand legt, bis man zu Ende gekommen ist.

Das Buch beginnt mit dem Fußmarsch der Geschwister Jankele (15) und Rochele (4) nach Prag zu ihrem Onkel, dem Hohen Rabbi Löw (Juda Lejb ben Bezalel), wo sie ein neues Zuhause finden. Jankele lebt sich schnell ein, nur der äußerlich abstoßende Synagogendiener Josef, den niemand als Mensch behandelt, ist ihm unheimlich.
Josef ist ein Golem aus Erde und Wasser geformt und durch heilige Worte zum Leben erweckt.  Er wurde nur zu dem Zwecke erschaffen, um die Juden von Prag zu schützen. So  hilft er unter anderem einen erfundenen Ritualmord aufzudecken, ein Pogrom zu verhindern und auch den Kaiser und alle Anwesenden in seinem Palast rettet er vor dem herabstürzenden Plafond.

In dem Buch geht es um die Freundschaft zwischen Jankele und Schmulik, sowie auch um die ganz besondere Beziehung Jankeles zu Josef, dem künstlichen Menschen, der für ihn bald mehr ist als ein Lehmklotz. Als Josef Amok läuft und die beiden Freunde ihn ruhigstellen wollen, kommt es zur Tragödie.

Die Geschichte ist voll Spannung, geheimnisvoll und unheimlich, mit wunderschönen Textpassagen und Lebensweisheiten, angereichert mit jüdischen Legenden und Mythen.
Wie schon in ihrem historischen Roman „Shylocks Tochter“*, der im Ghetto in Venedig im 16. Jahrhundert spielt, arbeitet Mirjam Pressler auch in „Golem stiller Bruder“ mit dem Perspektivenwechsel und flicht zahlreiche Bibelstellen (in kursiver Schrift) in den Text ein. Dadurch wird das Denken der Menschen und ihr Religionsverständnis besonders plastisch und verständlich. Anschaulich schildert die Autorin das (religiöse) Leben der Juden, aber auch ihre Not und die Verfolgungen im Prag um 1600.
Das Buch endet mit einem Epilog und einem Glossar, in dem die meisten Begriffe erklärt werden.
 
Das Cover ziert eine schöne Zeichnung von Roberto Innocento ist jedoch fast zu still, zu statisch, brav und unspektakulär und wird sich dem Leser erst nach der Lektüre erschließen. Düstere und schmale, ein- bis zweistöckige Häuser stehen vor einem feuerroten Hintergrund, in dem die verschwommenen Konturen der Kaiserburg auszunehmen sind. Kein Mensch ist in der engen Gasse zu sehen; nur eine Katze, die in eines der Häuser huscht und aufgehängte Wäsche zeugen von Leben. Das Bild hinterlässt bei eingehender Betrachtung eine Ahnung von spürbarer Bedrohung und stimmt den Leser auf die zu erwartende Lektüre ein.

Von Golem Stiller Bruder gibt es auch eine Hörbuchfassung, vorgelesen von Felix von Manteuffel und Jens Wawrczeck, ebenfalls erschienen bei Beltz & Gelberg 2007

mimo

*Mirjam Pressler wurde für Shylocks Tochter mit dem Jugendbuchpreis 2000 der Jury der Jungen Leser ausgezeichnet. Sie war damals in Wien und hat den Preis persönlich in Empfang genommen.



Berührendes Zeitportrait

 
  Anne C. Voorheove,
  Liverpool Street.
  Ravensburger Buchverlag 2007
  ISBN 978-3-473-35264-7
  ab 12 Jahren


1938 - Franziska Mangold, genannt Ziska ist ein elf Jahre altes jüdisches Mädchen. Warum sie jüdisch ist, weiß sie selber nicht so genau, schließlich ist sie evangelisch erzogen worden und auch ihre Eltern und Großeltern sind evangelisch. Den Nazis ist das egal. Für die bleibt sie trotzdem eine Jüdin.
Die Mangolds wollen nicht auswandern - sie glauben an Deutschland! Aber als Ziskas Vater verhaftet wird und die Familie ausziehen muss, wird Ziska mit einem Kindertransport nach England geschickt.

1939 - Die Familie, die sich bereit erklärt hatte, sie aufzunehmen, kommt nicht zum Bahnhof in der Liverpool Street und so muss Ziska vorläufig in ein Kinderheim. Doch nach ein paar Wochen hat sich, durch einen glücklichen Zufall, eine Familie bereit erklärt Ziska aufzunehmen: die Shepards.

1939-1945 - Bei den Shepards findet Ziska nicht nur einen Ort zum Überleben, sondern ein richtiges Zuhause! Sie erhölt den Namen Frances.
Sie kann nicht besonders gut Englisch und wird in der Schule ganze 4 Jahre zurückgestuft. Auch dass sie in einer orthodoxen Familie gelandet ist, verwirrt Frances. Mit der Zeit wird esjeoch einfacher für Frances, denn  ihre Eltern konnten nach Holland flüchten, wo sie zumindest zeitweise in Sicherheit sind.

1945 - Der Krieg ist vorbei und Frances kann endlich ihre Mutter wiedersehen. Doch sieben Jahre sind eine lange Zeit. Sie ist jetzt Frances, eine junge Frau mit einer neuen Familie – und nicht mehr Ziska. Und sie muss eine Entscheidung treffen, die ihr ganzes weiteres Leben beeinflussen wird.

 „Liverpool Street“ ist ein wunderbarer Roman, der das Leben und Überleben im Krieg beschreibt. Bevor ich das Buch gelesen habe, hatte ich natürlich schon von Kindertransporten gehört und auch mit Überlebenden gesprochen, aber trotzdem hatte ich nie zuvor ein so genaues Bild wie es gewesen sein muss! Frances oder Ziska, hatte ausgesprochenes Glück mit ihrer neuen Familie. Ständig musste sie mit dem Konflikt leben, dass sie auch ihre neue Mutter liebt und ob das nicht ein Verrat an ihrer richtigen Mutter ist. Lieben tut sie beide.
Anne Voorhove schreibt aber nicht nur über das Familienleben, sondern auch über den normalen Kriegsalltag in England. Wie geflüchtete Juden in Sammellager gesperrt wurden, weil sie ja „Deutsche“ sind.

„Liverpool Street“ ist gleichzeitig wunderschön und tief traurig. Es ist seit langem das erste Buch bei dem ich geweint habe und dass ist bei mir immer ein Zeichen für ein wirklich gutes Buch. Wenn dich eine Autorin zum Weinen bringt, dann bringt sie dich auch zum Lachen, zum Mitfiebern, zum Mitleben. Anne Voorhoeve hat mit diesem Buch bewiesen, dass sie eine außergewöhnlich gute Schriftstellerin ist! 

Lilly Manon Maier


Wie schuldig ist man als Mitwisser?


 Ulrike Schweikert,
 Die Maske der Verräter.
 cbj 2007
 ISBN 978-3-570-12967-8
 ab 12 Jahren


Würzburg 1453. Durch Zufall belauscht der Geselle Jos einige finstere Gestalten, die einen Mordanschlag planen. Nun steht er in einer gefährlichen Zwickmühle: Soll er sich aus der ganzen Sache raushalten und mit der Schuld leben, am Tod des Opfers beteiligt zu sein, oder soll er gegen den Willen seines Meisters ermitteln, und dabei sein Leben und die Lehrstelle riskieren? Er weiß es nicht. Doch er ist nicht allein: Sara, eine Magd, die ihn sehr mag, und die er liebt, und Rebecca, die wunderschöne, mutige Henkersfrau, für die er ebenso Gefühle empfindet, stehen ihm bei. Gemeinsam finden sie eine Lösung…

Ulrike Schweikert schreibt unheimlich spannend. Man versinkt regelrecht in der Welt von damals, denn es kommen viele altertümliche Wörter vor, wie: Helmbarte, Kienspan und Letze, die im Anhang erklärt werden. Beim Lesen bemerkt man, dass die Autorin sich stark mit dem Thema auseinander gesetzt hat, denn das gesamte Rechtssystem und die Feste gibt es wirklich, wie ich nach Nachforschungen festgestellt habe.
Meine absolute Lieblingsfigur ist Sara, die mutige Magd, die sich von niemandem etwas gefallen lässt, auch nicht von Jos (der manchmal wirklich unmöglich ist …)

Also das ist wieder einmal ein sehr schönes Cover. Es ist zwar üppig verziert, doch in schlichten Farben, so dass es nicht überladen wirkt. Wie ich das Buch zum ersten Mal gesehen habe, wusste ich, ohne den Rückentext gelesen zu haben, dass es mir gefallen würde, und so war es dann ja auch…

Rica Holer

Starke Frauen 1000 n. Christus


Kathrin Lange,
Die verbrannte Handschrift.
Fischer Schatzinsel 2006
ISBN 3-596-85222-6
Ab 12 Jahren


Durch die Unachtsamkeit von Rona, der Tochter eines Schmiedes, und des Novizen Nonno verbrennt in einem deutschen Kloster um 1000 n. Chr. die unschätzbar kostbare Abschrift der Bibel. Doch was nun? Eines ist gewiss: nämlich, dass das wertvolle Stück ersetzt werden muss. Doch woher sollen Rona und ihr Vater
das Geld nehmen? Ronas Vater müsste für den Rest seines Lebens, ohne Bezahlung, dem Kloster dienen. Als Nonnos Mutter, Gräfin Ingerid, dies erfährt,
fasst sie sich ein Herz und gibt ihrem Vertrauten, Gunter etwas von ihrem Geld, damit er ein neues Buch aus Italien beschaffen kann. Nun sollte Rona sich eigentlich freuen, doch ihr Vater ist griesgrämig und unwirsch ihr gegenüber. Warum? Ganz einfach: Ihm ist es unangenehm, dass er sich von einer Frau aus der Patsche helfen lassen soll, und sei sie noch so hoch gestellt! Als Nonno in der Nacht zu Rona kommt und ihr erzählt, dass er heimlich mit Gunther reisen will, ergreift sie die Initiative und geht mit ihm.

Ich fand das Buch sehr gut. Es ist nicht nur flüssig geschrieben, sondern weckt auch ein gewisses Interesse für dieses Zeitalter. Die Autorin vermittelt gekonnt die Wünsche, Träume, Hoffnungen und Ängste der Menschen aus der damaligen Zeit. Und dies so gut, dass man beinahe meint, sie wäre live dabei gewesen! Außerdem lernt man viel über dieses Jahrhundert, ohne es zu merken. Z.B. wie ein Königszug zusammengestellt war oder wie man früher gereist ist, ... kurzum: wie es damals so zuging. Es ist nicht eine typische: „Ich liebe dich – ich liebe dich auch“ – Geschichte, sondern eine ECHTE Liebesgeschichte, in der es nicht von Anfang an klar ist, ob sich die beiden wirklich ineinander verliebt haben oder, ob sie jemals zusammen sein werden. Auch der Titel ist sehr gut gewählt und klingt total spannend. Fazit: Es ist ein sehr spannendes und aufregendes Buch mit Liebesgeschichte.

Das Cover ist gemalt und wunderschön! Es zeigt Rona auf der Vorder- und Nonno auf der Rückseite. Im Hintergrund sieht man die Landschaft, in der die Geschichte spielt. OBWOHL wir Mitglieder der Jury Covers mit Mensch meistens ablehnen, finde ich dieses wirklich gut. Außerdem ist mir etwas aufgefallen: wenn man das Buch komplett aufklappt, sieht es so aus, als ob sich Rona und Nonno heimlich anschielen würden. Ich weiß nicht, ob das Absicht ist, aber es gefällt mir sehr gut, weil es ja auch um die Flirtereien der beiden, oder wohl eher um die Streitereien (was sich liebt, das neckt sich) geht.

Rica Holer


Ein fesselndes Buch zum Thema Zeit

Jeanette Winterson,
Tanglewreck. Das Haus am Ende der Zeit.
Aus dem Englischen von Monika Schmalz
Bloomsbury 2006
ISBN 3-8270-5174-6
Ab 12 Jahren


Die elfjährige Silver lebt, seit sie sich erinnern kann, auf der alten Villa Tanglewreck in England. Als sie sieben Jahre alt war, verschwanden ihre Eltern spurlos, seitdem ist ihre immer schlecht gelaunte Tante Mrs. Rokabye ihre Erziehungsberechtigte.
Eines Tages taucht der unheimliche Abel Darkwater, der ein fanatischer Uhrensammler ist, vor Tanglewreck auf. Silver belauscht ein Gespräch zwischen Mr. Darkwater und Mrs. Rokabye. Sie reden über einen Zeitwärter und über Zeittornados. Drei Tage später fahren Mrs. Rokabye und Silver nach London, wo sie bei Mr. Darkwater
wohnen.
Was Silver nicht weiß: Sie besitzt etwas, was Abel Darkwater um jeden Preis haben will. Und er würde vor nichts zurückschrecken, um es zu bekommen.

Ein fesselndes Buch zum Thema Zeit, das auch zum Nachdenken anregt.
Die Abschnitte, in denen von Theorien und Erklärungen über Zeitreisen, Zeittransfusionen, Dimensionen des Universums und Existenzebenen erzählt wird, sind schwer zu lesen.  
Am Ende kennt man sich nicht wirklich aus.

Das Cover strahlt etwas Geheimnisvolles aus. Darauf sind ein durchsichtiges Ziffernblatt und Zahnräder einer Uhr zu sehen, was gut zur Geschichte passt, und der Titel sieht aus, als wäre er handgeschrieben.

Paola Garcia Sobreira



Stell dir vor, du springst ins Wasser und merkst, dass du unter Wasser atmen und reden kannst...

Angela McAllister,
Kinder der Gezeiten.
Aus dem  Englischen von Petra Koob-Pawis
Arena 2006
ISBN 3-401-05966-1
Ab 10 Jahren  


Muriel lebt im Meer, statt Beinen hat sie einen Delfinschwanz. Eines Tages beschließt sie ihre Hütte, in  der sie mit ihrem Vater lebt, zu verlassen, um Antworten auf Fragen über ihre verstorbene Mutter zu finden, über die ihr Vater nicht reden will.
Jake ist ein Findelkind, er wurde als Baby von einem Fischer am Strand gefunden, welcher ihn adoptierte. Der Fischer und seine Frau sterben, als Jake zwölf Jahre alt ist. Jake fährt zum Fischen aufs Meer. Im Wasser sieht er ein Mädchen, denkt, es ertrinkt und springt ins Meer. Er ist verblüfft, als er merkt, dass er unter Wasser atmen und reden kann. Das Mädchen sagt, es heiße Muriel und Jake erfährt, dass Muriel seine Halbschwester ist.
Seine Mutter war die Besitzerin des Atems der Nixenkönigin, welcher einem besondere Fähigkeiten verleiht. Vor ihren Tod versteckte sie den Atem.
Muriel und Jake machen sich nun auf die Suche nach ihm.           

Ich finde, das Buch ist langweilig. Der Aufbau ist schlecht gelungen, viele Kapitel sind unwichtig, andere sind zu sehr in die Länge gezogen. Erst im 31. Kapitel – das Buch hat 35 – wird es halbwegs spannend. Lange ist die Handlung nicht klar. Es gibt nur fünf wichtige Personen, die anderen werden nur kurz nebenbei erwähnt und haben für die Handlung keine Bedeutung. Man bekommt von den Personen keinen Eindruck, die Beschreibungen sind kurz und oberflächlich. Außerdem stört der schnelle, nicht nachvollziehbare Perspektivenwechsel zwischen Jake und Muriel.  

Für mich ist das Cover kitschig. Es wurde mit viel Aufwand gemacht, doch die Wirkung ist enttäuschend.
Die Vignetten im Buch allerdings sind gut gelungen, sehr lieb und auch rätselhaft. Sie zeigen die verschiedensten Meeresbewohner. Die kleinen Fische, die sich meist am Ende eines Kapitels tummeln, gefallen mir besonders gut.

Paola Garcia Sobreira


Ohne Tante Susi wäre das Leben einfacher...

  Narider Dhami,
  Die Sari-Sisters. Bollywood ist überall.
  Aus dem Englischen von Vanessa Walder
  Ravensburgber TB, 2006
  ISBN 3-473-52305-4
  Ab 11 Jahren


Die drei indischen Schwestern Jasvinder (Jass), Amber und Deena, haben ein recht gutes Leben. Sie sind beliebt und gut in der Schule. Zwar ist ihre Mutter vor einigen Jahren gestorben, aber solange keiner darüber redet, ist das auch kein Thema. Doch das Problem ist, dass nun jede alleine mit ihren Sorgen fertig werden muss. Nicht einmal mit ihrem Vater, der ihnen jeden Wunsch erfüllt, wollen sie darüber sprechen.
Eines Tages kommt ihre Tante aus Indien zu Besuch und die drei Mädchen denken, dass sie sich einmischen und die Mutter ersetzen will. Bei jedem Wunsch an ihren Papa redet sie mit und bequatscht ihn so lange bis sie siegt. D.h. bis der Vater: „Nein“ sagt. Nichts ist mehr wie es war: die "inderfeindliche" Nachbarin kommt zum Tee, der doofe Zeitungsjunge Leo, der die Mädchen immer ärgert, wird von Tante Susi eingeladen, der Vater erlaubt kaum etwas und ständig will sie sich über die Mutter der drei unterhalten. Und das schlimmste ist, dass sie jedermann sympathisch ist. Die Mädchen fühlen sich verraten und unverstanden. Da hilft nur eines: Tante Susi muss weg!

Mir hat das Buch besonders gut gefallen, weil das Thema sehr originell gewählt ist. Es ist eine sehr verdrehte Geschichte und erinnert mich ein wenig an: „Kick it like Beckham“. Der Text ist sehr gut geschrieben und liest sich fast von selbst. Besonders toll ist das indische Muster, das vor jedem Kapitel zu sehen ist. Ich finde, dass das Buch für 10- 14jährige geeignet ist. Es hat Charme, etwas Romantik, einen „Bösewicht“ und drei bezaubernde Heldinnen – wie ein Bollywood Film – ein echtes Gute-Laune-Buch!

Das Cover sieht wunderschön aus und ist aus Hochglanzpapier. Man erkennt die Beine von Susi, Jass, Amber und Deena. Die Mädchen tragen modische Klamotten und schicke Schuhe. Der Hintergrund ist weiß und das Bild steht vertikal, das finde ich besonders cool! Das Cover ist eigentlich gut gelungen, mit bunten Farben lädt es zum Lesen ein. Doch gibt es ein „aber“ von meiner Seite: ich fände es schön, wenn auch ein paar orientalische Muster zu sehen wären, wie im Buch. Doch ansonsten ist es sehr schön.

Rica Holer



Fußball für alle!!


Zoran Drvenkar & Gregor Tessenow,
Wenn die Kugel zur Sonne wird.
Altberliner 2006




Laut einer Prophezeiung von Nostradamus soll beim WM Finale 2006 ein Unheil geschehen. Dies zu verhindern ist die Mission mehrerer Geheimagenten und einem zehnjährigen Burschen. Ihre Gegner sind wütend und rachesüchtig und hetzen die Killer der obersten Klasse auf sie...

Was das Buch so gut macht, ist die goldrichtige Mischung von Sport, Action, Humor und Fiktion. Hat schon mal jemand die Queen mit eingekochter Mamelade verglichen? Nein, ich glaube nicht! Das Buch hat mich einige Male zum lauten Auflachen gebracht, vor allem, weil man sich alles sehr gut bildlich vorstellen kann. Ich finde, die Fußball-WM 2006 ein gut gewähltes Thema, weil sie ein weltweit bewegendes Ereignis war, an das die Erinnerungen noch relativ frisch sind. Das Leben eines Geheimagenten ist nie langweilig. Für die Geschichte bedeutet das Spannung pur und grenzenlose Phantasie, doch das Ganze ist mit einer gewissen Lässigkeit durchzogen- einfach köstlich!

Das Nachwort ist super. Wusstet ihr, dass Twix früher Raider hieß? Außerdem ist in unserem Atlas ein Fehler: Grönland ist eigentlich Island und Island sollte Grönland sein?! Außerdem habe ich die Figuren ins Herz geschlossen und freue mich schon auf die geplante Fortsetzung.

Wenn die Kugel zur Sonne wird ist ein Buch für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, sowie für Fußballfans und Fußballanalphabeten.

Melanie Hinkel



Mehr Abenteuer von Gwyn

 
  Peter Schwindt,
  GWYDION – Die Macht des Grals (2. Band der Trilogie)
  Ravensburger Buchverlag 2006
  ISBN 3-473-34486-9
  ab 11 Jahren



Nachdem der Schweinehirte Gwyn im ersten Band als Knappe in Camelot aufgenommen worden ist und eine wichtige Rolle in der Schlacht gegen die Sachsen gespielt hat, verlässt er König Arturs Hof, um mehr über seine Mutter und das Amulett, das sie ihm vererbt hat, zu erfahren. Nach zwei Wochen kehrt Gwyn nach Camelot zurück, einiges an Wissen reicher: Seine Mutter Valeria war eine römische Adlige. Außerdem erfährt Gwyn, dass Do Griflet, den er bis jetzt immer für seinen Vater hielt, gar nicht sein Vater ist, sondern, dass er der Sohn des letzten Fischerkönigs (dem Bewacher des Grals) ist.

Zusammen mit Gwyn kehrt auch der seit 14 Jahren auf der Gralssuche verschwundene Lancelot zurück. Allerdings in einem miserablen Zustand – er wurde vergiftet. Um die Zutaten für das Gegengift zu besorgen, werden Gwyn und sein bester Freund Rowan zu der Heilerin Cundrie geschickt. Der Weg ist beschwerlich und die beiden müssen viele Prüfungen bestehen bis sie ihr Ziel erreicht haben. Zurück in Camelot erlebt Gwyn erstmals eine ruhige Zeit. Nur Rowan verändert sich zusehends, er leidet sehr unter seinem strengen Vater Sir Kay und der bevorstehenden Trennung von Prinzessin Aileen.

Damit Lancelot wieder in die Tafelrunde aufgenommen werden kann, muss er in einem Tunier gegen Sir Kay antreten. Da er noch sehr schwach ist, sucht er sich Gwyn als Knappen. Der ist von der Vorstellung gar nicht begeistert und sagt nur unter dem Einfluß von sehr viel Wein „ja“.  Am Tag des Turniers ist Lancelot zwar immer noch nicht zu seiner alten Stärke zurückgekommen, besiegt aber (dank der Kraft von Gwyns Amulett) Sir Kay. Eigentlich wäre für Gwyn jetzt ja alles wieder gut, doch Rowan verschwindet und Gwyn bleibt jetzt nichts anderes übrig als seinem Schicksal ins Auge zu blicken und sich auf die Suche nach dem Gral zu begeben.

Mir hat der zweite Teil dieser Triologie wieder gut gefallen. Das Buch liest sich sehr einfach und schnell, schafft es aber, dass man zwischendurch nicht mit dem Lesen aufhören will, weil es so spannend ist. Vor allem die Geschichte rund um Gwyns besten Freund Rowan hat mir sehr gut gefallen. Peter Schwindt vermischt zwar sehr viele Elemente der Artus-Sage, lässt aber trotzdem nichts Wichtiges aus. Damit man sich auskennt, würde ich aber allen empfehlen vorher den ersten Band (Gwydion – Der Weg nach Camelot) zu lesen.

Lilly Manon Maier



In der Zeit gehen wir weit, weit zurück...

Michelle Paver,
Torak. Wanderer zwischen den Welten.
Die Chroniken der dunklen Wälder 2
Aus dem Englischen von Katharina Orgaß und Gerald Jung
Cbj 2006
ISBN 3570129063
ab 10 Jahren

Kaum 6 Monde ist es her, dass Toraks Vater von einem Bären getötet wurde. Nun verbreitet sich eine merkwürdige Krankheit im Wald. Zuerst ist nur der Rabenclan, in dem Torak lebt, betroffen, doch dann infizieren sich immer mehr Clans und es kommt zu ersten Todesfällen. Torak beschließt alleine in den Wald zu gehen, um das Gegenmittel zu suchen. Die Spur führt ihn zum Robbenclan, der gegenüber den Waldclans und deren Schamane Tenris sehr misstrauisch ist. Doch trotzdem befindet sich Torak auf der richtigen Spur und schon bald findet er heraus wieso die grausamen Seelenfresser so versessen darauf sind, ihn umzubringen...

Der zweite Teil der Chroniken der dunklen Wälder ist ebenso gut wie der erste. Wieder spielt er in einer Welt ein paar tausend Jahre nach der Eiszeit, ca. 6000 Jahre vor unserer Zeit, als Mitteleuropa noch vom Wald bedeckt war. Das Buch ist anders als alle anderen Bücher, die ich kenne und sehr spannend geschrieben. Lesenswert!

Alina Schnieder


dura lex sed lex...

Avi,
Das Gold des Alchemisten.
Aus dem amerikanischen Englisch von Anna Blankenburg
Beltz & Gelberg 2006
ISBN 3407809689
ab 12 Jahren


Meister Thorston ist tot. Er war Alchemist, das hat die Magd Sybill bereits von seinem sprechenden Raben Odo erfahren. Nun gilt es das Geheimnis des Goldmachers zu lüften. Odo meint, des Rätsels Lösung wäre in dem 'Buch ohne Worte' zu finden, doch um letzteres rankt sich ein uraltes Geheimnis. Der Stadtvogt erschwert die Suche zusätzlich, da er streng nach 'dura lex sed lex - das Gesetz ist hart, aber es ist das Gesetz' arbeitet und alle erhängen lassen möchte.

Am Anfang mochte ich das Buch nicht besonders, doch dann wurden mir die Personen immer sympathischer geworden und ich konnte sie besser verstehen. Irgendwann wollte ich dann gar nicht mehr aufhören zu lesen, ich wollte unbedingt wissenl, wie es ausgeht. Seite um Seite glitten meine Augen über das Buch und 'schwupps!' war ich fertig. Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen und sie ist auf jeden Fall zu empfehlen.

Der Rabe am Cover ist voll süß und die geheimnisvolle und düstere Art des Covers ist sehr passend. Auch der Titel passt perfekt, da sich fast alles um das Gold dreht. Auch der Originaltitel (The Book without Words) klingt schön. Ein Lob an den Covergestalter, Nikolaus Heidelbach.

Rica Holer


Eine fantasievolle Geschichte mit viel Geborgenheit

Gabriele Bayerlein,
Das Mädchen mit dem Amulett.
Thienemann 2006
ISBN 3 522 17793 2
ab 10 Jahren



Wieder und wieder sieht Maureen ein geheimnisvolles Mädchen mit weißem Gewand. Maureen weiß nicht, dass dieses Mädchen aus einer anderen Welt kommt. Einer Welt, wo noch Könige regieren und es noch keine Autos gibt. Lilliam, so heißt das Mädchen, braucht etwas, das Maureen gehört - den dunklen Teil der Scheibe. Sonst kann ihre Welt nie heil werden...

Dieses Buch ist genau richtig für 11-Jährige. Es beflügelt die Fantasie und lässt einen fliegen. Außerdem stellt es die Probleme vieler Menschen gut dar, die selbst noch verspielt sind und die die anderen immer 'kindisch' nennen. Da drin habe ich mich gut gefunden. Aber vor allem geht es um Freundschaft und Geborgenheit.
Ein lesenswertes Buch!

Das Cover ist sehr bunt und die magische Scheibe steht im Mittelpunkt. Im Hintergrund sieht man eine große Spielwiese und dahinter ein friedliches Wäldchen. Das sieht sehr schön aus und ich denke, vor allem Kinder anspricht.

Rica Holer


Geschwister, die zusammenhalten...

Karla Schneider
Die Geschwister Apraksin
Hanser 2006
ISBN 3-446-20703-1
Ab 12 Jahre



Russland in der Oktoberrevolution 1917:
Die Mutter der fünf Geschwister ist schon lange tot, ihr Vater verschollen. Nun soll das Haus der Familie beschlagnahmt und  Klascha, Polly, Ossja, Fedja sowie die kleine Dillotschka voneinander getrennt werden. Doch das wollen sich die Geschwister nicht gefallen lassen und flüchten mit nichts als einem Köfferchen und ein paar Goldkopeken.
Mit der Eisenbahn geht die Fahrt nach Rostow am Don. Kaum angekommen müssen sie sich Arbeit suchen um halbwegs über die Runden zu kommen. Gemeinsam mit zwei Tanzlehrerinnen geht die Reise weiter. Mit vielen anderen verbringen sie eisige Tage an Bord der Massandra. „Die Bora“, ein Wirbelsturm, verzögert ihre Ankunft auf der Krim. Doch auch die wunderschöne Zeit dort ist nicht von langer Dauer. So landen sie schließlich in Moskau auf der Suche nach ihrer Tante. Der kalte Winter macht ihnen das Leben nicht leichter doch „zusammen“ schlagen sie sich durch.

Für mich kam das Gefühl von Zusammenhalt nicht wirklich rüber. Sicher, sie reisen zusammen doch jeder in seiner eigenen Welt. Ich finde auch, dass Emotionen nicht wirklich vorhanden waren. Als sie fast ihre Schwester verloren hätten, war ich echt geschockt, doch für die Geschwister ging das Leben ganz normal weiter, auch ohne Schwester.

Was ich ganz besonders toll fand, ist das Personenverzeichnis. Vor allem russische Namen sind sehr schwer zu merken und so konnte man einfach nachschlagen. Das Ende war für mich viel zu abrupt. Was man aus der Mitte kürzen könnte, sollte am Ende angehängt werden.

Insgesamt finde ich das Buch aber sehr gut und empfehle es auf jeden Fall weiter.

Tamara Pilz


Bartimäus ist wieder da!

Jonathan Stroud,
Bartimäus. Die Pforte des Magiers.
Band 3 der Trilogie.
Aus dem Englischen von Katharina Orgaß und Gerald Jung.
Cbj 2006
ab 10 Jahren

Bartimäus ist wieder da, nur leider nicht mehr ganz so stark, toll, mutig, ungeschlagen, gut aussehend, etc. wie früher.
Das liegt daran, dass ihn sein Herr Nathanael (inzwischen mit seinen siebzehn Jahren der jüngste Informationsminister den England je hatte) seit zwei ganzen Jahren nicht mehr entlassen hat. Dementsprechend angeschlagen ist seine Substanz. Er müsste wirklich mal wieder an den anderen Ort um sich zu erholen.
Da erteilt ihm Nathanael einen letzten Auftrag - Bartimäus soll bei der Festnahme des gesuchten Mr. Hopkins, dem mysteriösen Hintermann der Putschversuche von Lovelace (Band 1) und Duvall (Band 2), helfen. Der Auftrag misslingt und mit großer Mühe kann sich Bartimäus zu Nathanael retten, der ihm, gegen den Willen der anderen Minister, das Leben rettet, indem er ihn entlässt.
Nur zwei Tage später, seine Substanz ist immer noch sehr angeschlagen, wird Bartimäus wieder beschworen. Doch diesmal nicht von Nathanael, sondern von Kitty! Die junge Widerstandskämpferin hat sich in den letzten drei Jahren alles Wissen angeeignet, dass sie braucht um einen Dämon (Entschuldigung: Dschinn) zu beschwören. Allerdings nicht irgendeinen, sondern eben Bartimäus. Sie will ihm einen Vorschlag machen, um die Herrschaft der Zauberer zu brechen. Doch damit Bartimäus einwilligt muss Kitty ihm ihr Vertrauen beweisen und im Moment ist sie dazu noch nicht in der Lage.
Vorerst bleibt auch gar keine Zeit die Zauberer zu stürzen, denn Kitty muss erst Mal die Zerstörung Englands verhindern. Dämonen haben die Herrschaft über ihre ehemaligen Herren, die Zauberer, erlangt und töten nun wahllos Gewöhnliche. Mit Bartimäus und Nathanaels Hilfe (der sich sofort auf den Weg gemacht hat sie zu suchen, nachdem er erfahren hat, dass sie noch am Leben ist :-) wird ihr das hoffentlich auch gelingen.

„Die Pforte des Magiers“ ist wieder ein super Leseerlebnis! Das Buch ist viel besser als Band 2 („Das Auge des Golem“) und kommt von der Qualität auch ziemlich an Band 1 („Das Amullet von Samarkand“ ) ran. Nathanael hat sich (gegen Ende des Buches) weiterentwickelt, erkennt, dass er eigentlich die ganze Zeit ein Idiot war und zeigt sogar ansatzweise, dass er ein Gewissen besitzt. (Endlich!!) Außerdem entwickelt sich da etwas zwischen ihm und Kitty :-).  Bartimäus ist auch wieder so super und witzig wie früher (ich konnte stellenweise nicht weiterlesen, weil ich so lachen musste), er kommt entschieden öfter vor als in Band 2 und auch seine Fußnoten fehlen nicht. Auch das Cover ist super!
Nur das Ende hat mir nicht gefallen, weil das, was da passiert, einfach nicht auf der letzten Seite einer Triologie passieren darf. (Was müsst ihr natürlich selber nachlesen.)
Auf jeden Fall ein schöner Abschluss der Triologie und ihr MÜSST „Die Pforte des Magiers“ lesen. (Aber wenn ihr vorher nicht Band 1 & 2 gelesen habt, versteht ihr gar nichts!)

Lilly Manon Maier



Eine leise Geschichte vom Abschiednehmen

  Jane Vejjajiva,
  DAS HAUS DER SECHZEHN KRÜGE.
  Deutsch von Mirjam Pressler
  Dressler 2006
  ISBN 3-7912-2103-9
  ab 10 Jahren und für alle


"Katis Mutter lebt alleine
und ohne ihre Tochter in einem kleinen Haus am Meer. Warum ihre Mutter auf ein Leben mit ihr verzichtet hat, erfährt Kati erst, als sie mit ihren Großeltern zu ihr fährt." (aus dem Klappentext)

Fragment für Fragment baut sich diese Geschichte ganz leise vor dem inneren Bild des Lesers auf. Fragment für Fragment kommt man den Personen näher und versteht langsam auch all die vielen Worte, die zwischen den Zeilen liegen. Sanft und ruhig fließt diese Geschichte, sodass einem Worte wie Internet und Handy völlig deplaziert erscheinen. Doch sie bewirken Gutes, zeigen, dass so eine Geschichte zu jeder Zeit passieren kann.

Der Aufbau der Geschichte ist sehr gut gelungen. Zuerst einmal die Dreiteilung der Geschichte - das Haus am Wasser, das Haus am Meer und das Haus in der Stadt. In jedem Teil wird uns mehr bewusst, wie wichtig ein 'zu Hause' ist. Dann die Einteilung in kleine, kurze Kapitel, denen meist wunderschöne Sätze vorangestellt sind. Liest man nur diese, erschließt sich dem Leser eine weitere Ebene. Der erste Teil ist von Kati für ihre Mutter ("Kati wünscht sich ihre Mutter zu sehen, wie sie die Einkäufe vom Markt nach Hause trägt."), der zweite ist bestimmt durch die gemeinsame Zeit ("Es ist schwer zu glauben, dass morgen die Sonne wie üblich aufgehen wird.") und der dritte Teil ist von Mutter für Kati ("Du wurdest zu meiner Zukunft, als mein eigenes Leben mit seinem Countdown begann.").

Es ist immer wieder verwunderlich, wie viel in so kleinen Geschichten stecken kann, allerdings denke ich, dass diese Geschichte nicht für jeden etwas ist.
Die bittersüße, thailändische Stimmung ist sehr weiblich, getragen und teilweise etwas esoterisch und der Welt entrückt. Das Cover könnte man mit den selben Worten beschreiben. In seinen Rosa- und Türkistönen ist es mir zu harmonisch und süß. Das muss nicht sein. Und doch tut es hin und wieder gut, Bücher zu lesen, die uns ganz unmissverständlich innehalten und erkennen lassen, dass das Wesentliche hier auf Erden unser Zusammenleben ist.

Lena Samek



Ein einfacher Bauernjunge erfüllt sich seinen Traum vom Ritterdasein

Peter Schwindt
GWYDION – Der Weg nach Camelot (1. Band eines mehrteiligen Abenteuers)
Ravensburger Buchverlag 2006
ISBN 3-473-34479-6
Ab 11 Jahren


Gwyn ist ein einfacher Bauernjunge, der davon träumt Ritter zu werden. Als sein Dorf von plündernden Sachsen angegriffen wird, macht er sich auf den Weg nach Camelot um dort sein Glück zu versuchen. Doch es ist gar nicht so einfach in Camelot eingelassen zu werden. Als er abgewiesen wird, rettet er durch Zufall das Leben der Enkelin von König Artur. Mit ihrer Hilfe (nämlich in Frauenkleidern als ihre Zofe verkleidet) gelingt er in die Burg und bewirbt sich als Knappe. Weil er die Prinzessin gerettet hat und gerade eine Stelle frei ist, wird er aufgenommen. Die Szene hat mir sehr gefallen, es ist echt super, wie er als Mädchen verkleidet den König fragt, ob er Knappe werden darf! Die anderen Knappen machen es Gwyn nicht gerade leicht, weil er der einzige Knappe ist, der nicht von einer Adelsfamilie abstammt. Doch Rowan, der Anführer der Knappen, wird sein Freund und so lebt sich Gwyn bald ein. Schon bald wird er mit seinem Ritter auf seine erste Mission geschickt: Merlin wurde von Arturs Sohn Mordred entführt. Es gelingt ihnen Merlin zu befreien, allerdings entdecken sie dabei eine gewaltige Streitmacht, die sich auf den Weg nach Camelot macht.
Camelot bereitet sich auf den Krieg vor und Gwyn hat die rettende Idee, durch die Mordreds Heer geschlagen wird.
Nach der Schlacht verlässt Gwyn Camelot, weil er mehr über seine tote Mutter herausfinden möchte. Warum sie ihn in Wahrheit Gwydion genannt hat und was die Zeichen auf dem Amulett, das er von ihr geerbt hat, bedeuten: ein Drache und ein Einhorn, die miteinander kämpfen.

Mir hat das Buch gut gefallen, was wahrscheinlich auch daran liegt, dass mich das ganze Thema rund um die Artus-Saga sehr interessiert. Am Ende bleiben viele Fragen offen, aber es sollen noch Bände folgen, die dann hoffentlich alles aufklären. Das Buch ist sicher auch lehrreich, weil man viel über die Aufgaben eines Knappen und die Gepflogenheiten am Hof erfährt.

Für alle, die das Thema interessiert ist es ein weiteres gelungenes Buch, das sich zu lesen lohnt.

Das Cover ist eigentlich gut gelungen, allerdings hat sich ein Fehler eingeschlichen: Gwyns Amulett ist in gold und nicht wie in der Geschichte beschrieben in silber agbebildet (, aber rot und gold passen halt besser zusammen...).

Lilly Manon Maier



Die Liebe zu einem Land


Frederik Hetmann,
Zipangu, der Sohn des Samurai.
Arena 2006
ISBN: 3401058835
ab 12 Jahren


Zipangu hat auf den jungen Hölländer Jan-Willem schon immer eine besondere Anziehungskraft. Dabei wissen viele Menschen nicht einmal, wo sich diese Stadt befindet. Umso glücklicher ist er als ihn sein Vater, der Kapitän eines Schiffes, dorthin mitnimmt. Doch der Aufenthalt ist nicht so, wie Jan-Willem es sich vorstellt. Nach ein paar Monaten wird er von Aufständischen entführt, sein Vater, fest davon überzeugt, dass sein Sohn tot ist, fährt zurück nach Holland und Jan-Willem rutscht mitten hinein in ein haarsträubendes Abenteuer, in dem es von Machtkämpfen, Verrat und Betrug nur so wimmelt. In dem freundlichen Samurai und Hobbymaler Sakuemon findet er allerdings nicht nur einen Freund, sondern auch einen neuen Vater. Sakuemon adoptiert Jan-Willem und dieser nennt sich von nun an nur noch Ui. Zusammen decken sie einen Verrat auf.

Als Ui dann wieder zurück nach Holland kommt, ist sein Vater schon längst tot und Sakuemon wird von Verbrechern ermordet. Ui steht wieder alleine da und hat nur noch die Hoffnung, seine frühe Liebe, die Japanerin Masako, wiederzufinden. Entschlossen reist er zurück nach Japan...

Ein gutes Jugend- und Historienbuch, das von den Abenteuern Jan-Willems alias Ui berichtet. Gut geschrieben.  Was mir besonders gefallen hat, ist, dass wider aller Erwartungen Ui kein Samurai wird, denn er ist ein friedlicher Mensch und will ohne Kampf und Gewalt leben.

Alina Schnieder



Eine ordentliche Portion Frauenpower im Mittelalter!

E. W. Heine,
Papavera - der Ring des Kreuzritters.
Cbj 2006
ISBN 3570129128
ab 12 Jahren



Aus dem brennenden Turm
von Burg Falkenstein wird eine Person lebend gerettet, der Sohn des bösen Grafen. Bauern nehmen die Waise auf und geben ihm auf Grund seiner Haare den Namen 'Papavero'. Er wird älter und als er eines Tages von einer Reise ins Heilige Land nicht zurückkehrt, beschließt seine einzige Tochter, Papavera, ihn zu suchen. Doch nicht nur ihr Vater zählt zu ihren Sorgen: Der Graugraf hat einen Hexenjäger auf sie angesetzt, der sie töten soll. Gott sei Dank hat sie trotz aller Gefahren einen treuen Verbündeten - ihr Pferd Tassilo. Selbst, wenn es keine Hoffnung mehr zu geben scheint, hält er zu ihr.

Das Buch hat mir wirklich gut gefallen, mit einem Wort: eine spannende Erzählung aus alten Zeiten! Besonders toll fand ich, dass Papaveras Glück auf und ab ging und die Geschichte so bis zum Ende interessant und spannend blieb. Ein fesselndes Buch mit einer ordentlichen Brise Frauenpower!

Rica Hohler

Und ein halbes Jahr später

Ich muss ehrlich sagen, ich bin wirklich, wirklich enttäuscht von dem Cover. Da ich das coverlose, weiße Leseexemplar ohne Inhalstsangabe und Rückentext, zum Probelesen bekommen habe, hatte ich einen viel besseren Bezug zum Buch. Auf dem Cover sieht man ein Pferd, das durch einen Ring FLIEGT!!! Das ist doch kein Fantasybuch! Wie kann man SO ein Cover nehmen? Ich fühle mich voll hintergangen, da das Cover obendrein wahnsinnig kindisch ist, so als wäre das Buch für 8-Jährige! Als ich meinen Freundinnen das Buch empfahl, meinten sie: "Nein, wir wollen kein kindisches Fantasybuch lesen..." Sie haben mir nicht geglaubt, dass es "realistisch" ist. Ich würde es auch nicht lesen wollen, wenn ich dieses Cover im Hinterkopf hätte...

Da wäre noch etwas: Papavera ist 15?!?!?!
Das geht doch nicht! Soweit ich mich erinnere, kam keine Altersangabe im Buch vor! Ich habe es jetzt am Rückentext gelesen und war geschockt. All die Abenteuer...und sie ist - 15? Nein! Das geht nicht, ich dachte, sie sei bereits 19 oder 20 Jahre alt. Nun, ich muss leider sagen, dass dieses Cover eigentlich nicht besonders gut zum Buch passt.

Rica Holer


Elfen, Magier und Co.

  Thomas Finn,
  Das unendliche Licht. Die Chroniken der  Nebelkriege
  Ravensburger 2006
  ISBN 3-473-35260-8
  Ab 12 Jahren



Alles beginnt mit einem ganz besonderen Irrlichtfang. Stolz präsentiert ihn der junge Irrlichtfänger Kai beim Sternschnuppenfest. Doch plötzlich wird das lustige Treiben in Lychtermoo rasant unterbrochen. Blitze zucken über den Himmel, unzählige Ratten durchfluten das Dorf und eine Meute Skelette überfallen die Häuser aller Irrlichtjäger. Kais Großmutter wird von diesen Schattenkreaturen umgebracht. Die große Fassungslosigkeit darüber und die enorme Wut, die Kai empfindet, brechen eine Barriere in ihm. Seitdem verspürt Kai ein schmerzvolles Brennen in seinem Körper. Aus unerklärlichen Gründen verlangt der Elf Fi von ihm, ihm in die legendenreiche Stadt Hammaburg zu folgen. Dort angekommen, wird er von dem berühmten Däumlingszauberer Thadäus Eulertin in die Lehre genommen. Die Überfälle auf die Irrlichtjäger häufen sich und die grausame Nebelkönigin Morgoya ist bereit ihr Schattenreich auf Hammaburg auszudehnen. In der Prophezeiung heißt es, das die einzige Chance der freien Völker darin besteht, die letzte Flamme zu finden. Erlischt sie, ist die Welt zum Untergang verdammt. Bei der kleinen Zauberweihe von Kai, stellt sich heraus, dass sein Element das Feuer ist. Er ist der letzte lebende Feuermagier.

In dem Buch kommen sehr viele typische Fantasy–Figuren vor. Manchmal fand ich ziemliche Ähnlichkeiten zu anderen Fantasy-Geschichten, doch dann kommt wieder eine neue Idee des Autors auf und die Geschichte nimmt ihren eigenen Lauf. "Das unendliche Licht" passt genau für solche Freaks wie mich, die sich nie von Elfen, Magiern und Co. satt lesen können. Ganz besonders faszinierend fand ich die Szene der kleinen Weihe.

Die Chroniken der Nebelkriege ist der erste Teil einer Trilogie. Die erste Hälfte des Buches entwickelt einen guten Sog, in der zweiten Hälfte geht das Abenteuer dann richtig los.

Das Cover ist sehr passend und gewährt einen sehr real wirkenden Blick auf die Stadt Hammaburg. Ein bisschen enttäuscht war ich, weil mir der Klappentext schon so viel verraten hat. Da erfährt man schon, dass Kai die letzte Flamme ist.  
 
Melanie Hinkel


Wie das Leben, beginnt und endet diese Geschichte mit einer Reise...


Antonia Michaelis,
Tiger Mond.
Loewe 2006
ISBN: 8785553560
ab 12 Jahren


"Wie das Lebeb, beginnt und endet diese Geschichte mit einer Reise. Einer Reise durch die Wüste..."
Als der reiche Kaufmann Ahmed Mundhi bei einer Reise die wunderschöne und kluge Safia sieht, will er sie sofort besitzen und nimmt sie zur Frau. Doch Safia birgt ein Geheimnis - sie ist keine Jungfrau mehr und sie weiß, sobald der Scheich dies herausfindet, wird sie getötet. In ihrer Verzweiflung erzählt sie dem Eunuchen Lalit eine Geschichte. Eine Geschichte über eine Prinzessin, die die Tochter Vishnus ist und von einem Dämonenkönog entführt wurde. Um seine Tochter wiederzubekommen wählt Vishnu einen Helden, der sie befreien soll. Dieser Held ist niemand geringeres als der ehrenhafte Dieb und Halunke Fahrad. Sein Abenteuer führt ihn zum geheimnisvollen Blutstein der Prinzessin, denn nur mit dessen Hilfe kann er die Prinzessin befreien. Dabei ist er nicht allein, der rätselhafte, weiße Tiger steht ihm bei. Er wird ihn brauchen, denn vor ihm liegt ein langer Weg, der durch das Feuer, das Wasser und den Wind führt.

Das Buch ist ansprechend und hat mir sehr gut gefallen. Es entführt in die farbenfrohe, aber auch gefährliche Welt Indiens und erzählt zwei Geschichten, die sich durch ein rätselhaftes Schicksal miteinander verbinden.

Alina Schnieder



Gespeichertes Bewußtsein in künstlichen Körpern oder Frankenstein läßt grüßen

Mary E. Pearson
NieundEwig, bis wann bist du ein Mensch
Aus dem amerikanischen Englisch von Maren Illinger
Fischer Schatzinsel 2012, 381 Seiten
ISBN 978-3-596-85475-2
Ab Jahre

Nach einem Autounfall wurde das Bewusstsein des 16-jährigen Locke gespeichert und aufgehoben. Die ganze Zeit in dieser Hölle stand ihm seine Freundin Kara bei, die ebenfalls an dem Unfall beteiligt war und deren Bewusstsein auch gespeichert worden ist. Nur deren Freundin Jenna konnte nach dem Unfall wiederbelebt werden. Doch seit einem Jahr sind Jenna und er wider am Leben und zwar in künstlichen Körpern, die ihren aufs Haar leben. 260 Jahre später allerdings. Sie leben bei Dr. Gatsbro aber als sie herausfinden, dass er sie nur um sein Bio-Perfekt anzupreisen bei sich hat, fliehen sie und eine aufregende Flucht beginnt.

Am Schutzumschlag von „NieundEwig“ sieht man ein Handpaar auf dem ein roter Schmetterling ruht.

Das Buch hat mich in seinen Bann geschlagen. Es war übersichtlich trotz der schmalen Grenze zwischen Erinnerung und Gegenwart, die manchmal jedoch auch etwas verrwirrend ist. „NieundEwig“ ist gut für Leute, denen auch schon der Vorgänger „ZweiundDiesselbe“ und „Ein Tag ohne Zufall“ gefallen hat.
 
Gregor Schindler

Gefahr und Grusel für Mutige!

Joseph Delanay,
Spook. Der Schüler des Geisterjägers.
Aus dem Englischen von Tanja Ohlsen
Cbj 2006
ISBN 3570130452
ab 10 Jahren


Der 13-jährige Thomas J. Ward ist der siebente Sohn eines siebenten Sohnes und dies bedeutet, er muss sich wie viele andere vor ihm als Lehrling des Geisterjägers Spook behaupten. Doch dieser Beruf ist bei weitem nicht so einfach wie Tom es sich vorstellt. Man braucht viel Mut und muss mit viel Genauigkeit an die Sache herangehen. Schon ein kleiner Fehler kann den sofortigen Tod bedeuten.
Der Spook bekämpft Boggarts, Geister und Hexen. Als sich dann die bösartige Mutter Malkin durch Toms Schuld befreien kann, steckt dieser in ernsthaften Schwierigkeiten. Er kann sie zwar töten, doch damit ist das Problem noch lange nicht aus der Welt. Mutter Malkin wird nämlich noch stärker und bösartiger zurückkommen. Tom bleibt also keine andere Wahl - er muss sie besiegen und das mit allen Mitteln!
Und da ist noch das Dorfmädchen Alice, die Nichte der Hexe Knochenliziie, eine Verwandte Mutter Malkins, die diese mit allen Mitteln zurückholen will. Alice aber ist anders als ihre Verwandte, sie rettet Tom sogar das Leben. Welche Rolle spielt sie also für Tom?

Spannend und gut geschrieben eignet sich dieser Roman perfekt, wenn man sich ein wenig am Abend gruseln will.

Alina Schnieder


Die Liebe zwischen sieben Brüdern

Bart Moeyart,
Brüder.
Aus dem Niederländischen von Mirjam Pressler
Hanser 2006
ISBN 3446207902



Der Älteste, der Echteste, der Stillste, der Fernste, der Schnellste und der Kleinste sind Brüder, die (fast) immer zusammenhalten. Gemeinsam erleben sie ein Abenteuer nach dem anderen. Sie probieren, ob unter den Arm geklemmte Zwiebeln wirklich krank machen, buddeln Löcher, lernen neue Leute kennen und kämpfen gegen gemeinsame Feinde. Nur den kleinsten grenzen sie manchmal aus, denn dieser ist eben noch zu jung und unwissend. Oft ist er deshalb gekränkt und freut sich dann, wenn bei den älteren etwas schief geht.

Ein Buch über die Liebe zwischen sieben Brüdern, die in ernsten Situationen immer zusammenhalten und wie gute Freunde sind. Sie bekämpfen Feinde und haben gemeinsam viel Freude und Spaß.

Alina Schnieder


Ist es 'zwischen den Zeiten' mehr als langweilig?

Kate Thompson,
ZWISCHEN DEN ZEITEN.
Aus dem Englischen von Kattrin Stier
Cbj 2006
ISBN-10: 3-570-13105-X
Ab 12 Jahren


In Irland, wo die Geschichte rund um die musikalische Familie Liddy spielt, hat plötzlich keiner mehr Zeit. Sie vergeht einfach schneller als früher, keiner hat mehr die Möglichkeit auch nur einem einzigen seiner Hobbys nachzugehen.
Schuld daran ist ein Zeitleck, das die normale Welt mit der „Welt der ewigen Jugend“ verbindet. In der „Welt der ewigen Jugend“ vergeht keine Zeit, d. h., wenn man z. B. sterbend aus der normalen Welt in die „Welt der ewigen Jugend“ kommt, wird man zwar immer dem Tod sehr nahe sein, aber nie wirklich sterben.
Durch das Zeitleck fließt Zeit aus der normalen Welt in die „Welt der ewigen Jugend“. Während die einen also viel zu wenig Zeit haben, haben die Feen, die Bewohner der „Welt der ewigen Jugend“, plötzlich Zeit. Womit sie erstens gar nicht klarkommen und zweitens ein echtes Problem haben, denn wenn die Zeit vergeht kann man auch sterben.
Also muss der junge JJ Liddy, ein Ploddy (so nennen die Feen die Menschen), sich aufmachen um das Leck zu finden und es wieder zu verschließen. Während er also die Welt rettet, löst er auch noch ein paar Familiengeheimnisse rund um seinen Großvater und den Dorfpfarrer.

„Zwischen den Zeiten“ ist ein eher fades Buch, das erst im zweiten Teil, als man endlich von der Existenz der Feen erfährt, spannender wird und dann gegen Ende ganz OK ist. Die irische Tradition wird sehr schön beschrieben, aber durch alle gleich-klingenden irischen Namen verwechselt man die Personen sehr leicht. Die Noten irischer Lieder am Anfang eines jeden Kapitels finde ich ja sehr nett, allerdings weiß ich nicht ganz welchen Sinn sie haben.
Zusammenfassend muss ich sagen, dass man zwar einiges über die irische Tradition lernt, aber die Rahmengeschichte ist langweilig. Wenn man sich mit (irischer) Musik gut auskennt oder sich für sie interessiert, könnte einem das Buch aber ganz gut gefallen.

Lilly Manon Maier



'Flush'

 
  Carl Hiaasen,
  Fette Fische.
  Aus dem amerikanischen Englisch von Birgitt Kollmann
  Beltz & Gelberg 2005



Ein Buch über
einen Umweltskandal zu schreiben, ist nicht unbedingt die schwierigste Sache der Welt. Aber dieses Buch auch noch spannend und witzig werden zu lassen, dazu gehört schon eine Menge. Carl Hiaasen ist das gelungen!

Interessant und mit viel trockenem Humor schildert er die Geschichte von den Geschwistern Noah und Abbey, die sich in Gefahren und Verwicklungen begeben, um ihrem Vater zu helfen, einen echten Umweltskandal aufzudecken, dem ihm niemand abnimmt. Immerhin sitzt ihr Dad wegen 'Kasinoschiff bei Nacht und Nebel versenkt' im Knast (wieder einmal, übrigens). Und als dann ihre Mutter auch noch das gefährliche nach zerstörter Ehe klingende Wort mit 'S' erwähnt, sind Noah und seine Schwester fest entschlossen, ihren Vater da irgendwie rauszuboxen.

Das Cover ist ebenfalls witzig und farbenfroh, sodass man gleich zu lesen anfangen möchte.

Fazit: Wenn ihr Lust auf ein nicht zu anstrengendes, spannendes Buch habt, bei dem ihr euch vor Lachen kugelt, dann schnappt euch 'Fette Fische'!

Dieses Buch ist auch als Hörbuch erhältlich - Rezension.

Lea Kern



Dramatisches Abenteuer mit fehlender Magie!

  Steve Augarde,
  Das kleine Volk.
  Aus dem Englsichen von Ursula Höfker
 
  Arena 2005



In dem Buch >Das kleine Volk< geht es um das Mädchen Midge, das von Pegs, dem Zauberpferd in die Welt der Elfen mitgenommen wird, denn dieses Reich ist bedroht. Aber nicht alle sind über ihre Hilfe erfreut. So bahnt sich eine Intrige von einigen Elfen an.

Das Buch ist einerseits eine sehr gelungene Fantasy-Erzählung mit einigen witzigen Stellen, aber andrerseits auch etwas langweilig, von dem man nachher mit Recht ein bisschen enttäuscht sein kann.
Im Buchrückentext steht: "...Die letzte Zuflucht der Elfen ist bedroht und Pegs ist überzeugt, dass Midge helfen kann. ... So beginnt das dramatische Abenteuer."
Ich finde, dass die Bedrohung etwas magischer sein könnte, als nur fer Verkauf des Landes (z.B. ein böser Zauberer möchte sich das Land heimtückisch nehmen und die Elfen vernichten...).

Das Cover sieht außerdem aus wie von einem Märchenbuch (Dornröschen?).

Jedenfalls habe ich mir das Buch nur aus einem Grund genommen: Der Buchrückentext war sehr gut geschriebenn und hat das Buch sehr schmackhaft gemacht!

Rica Holer


Umzug nach Portbääh!

  Karen McCombie,
  Stella und so weiter.
  Aus dem Englischen von Anne Braun
 
  Fischer Schatzinsel 2005



Stella ist
ein 13-jähriges Mädchen. Sie hat braune Wuschelhaare und malt gerne, am liebsten Karikaturen. Doch sie ist nicht zufrieden. Stella und ihre Familie ziehen von London nach Portbay, wo es ihr überhaupt nicht gefällt. Ihre Geschwister machen es ihr nicht einfach. Ständig stellen sie etwas an. Stella erlebt so einige Dinge in, wie sie es nennt: Portbääh. Und dann ist da noch Seb...

Eine witzig erzählte Geschichte aus der Sicht eines Mädchens. Stella wirkt etwas konservativ, weil sie komplett gegen den Umzug ist, aber ich finde sie sehr sympathisch. Karen McCombie erzählt die alltägliche Geschichte spannend und witzig - Super!

Rica Holer



Septimus Heap - siebenter Sohn eines siebenten Sohnes

  Angie Sage,
  Septimus Heap Magyk.
  Aus dem Englischen von Reiner Pfleiderer
 
  Hanser 2005



Manche Bücher
sollten einen Stempel mit der Aufschrift: "Ich bin ein gutes Buch - lies mich!" tragen.
Dieses Buch gehört dazu.

In einer armen Zaubererfamilie, um genauer zu sein in der Familie der Heaps, wird in einer Nacht der siebente Sohn eines siebenten Sohnes geboren. Das ist etwas Besonderes, denn solche Söhne verfügen über magische Kräfte. Seine Eltern, Silas und Sarah, nennen ihn Septimus. Jeder kann Gebrauch von Magie machen, aber nur er kann außergewönlicher Zauberer werden. Doch Septimus stirbt noch in dieser Nacht und Silas bringt ein Baby, welches er gefunden hat, mit nach Hause. Dass es die Prinzessin ist, erfahren sie viel zu spät...

Ein sehr gut erzählter Roman voller Kreativität und guten Ideen. Spannung bis zum Ende - einfach das perfekte Buch für einen kalten Winternachmittag.

Das Cover ist sehr schön gemacht, wie ein altes Zauberspruchbuch.

Wer dieses Buch liest, kann es nur weiterempfehlen!

Rica Holer


Buch+Leser= *hahahahaha*

  Roddy Doyle,
  Mister Macks Missgeschicke,
  Aus dem Englischen von Andreas Steinhöfel

  cbj 2005



Mister Mack
geht mit einer selbsterfundenen Säge, die wie ein Maschinengewehr aussieht, in eine Bank, um sich Geld zu leihen. Prompt wird er verhaftet. Jetzt versuchen Kayale, seine vierjährige Tochter, die nur 'wer bist du?' sagen kann, die aber trotzdem alle verstehen und ihre Freundin Viktoria, die nur 'Batterien inklusive' sagen kann, aber ebenfalls von allen verstanden wird, nach Mister Macks rekordaufstellender Frau.

Sehr witzige Geschichte mit einer Prise Galgenhumor. So dumm, dass es wieder witzig ist.
Buch+Leser= *hahahahaha* (oder wenigstens ein Lächeln).

Ab 10, nicht für Jüngere, weil es steht zum Beispiel: 'Wenn du nicht die Klappe hältst, schlag ich dir den Schädel ein.'

Ein Lob für die Bilder von Brian Ajahar.

Rica Holer

 


Hin und weg? ...eher nicht!

  Lauren Child,
  Hin und weg von Clarice Bean.
  Aus dem Englischen von Gabriele Haefs

  Carlsen 2005



Oh nein!
Der Buchstabierwettbewerb steht an und Clarice Bean rätselt darüber, ob Versager mit >aa< oder >h< geschrieben wird. Da kann nur noch Ruby Redfort, die große Detektivin helfen! Sodann möchte Clarice unbedingt beim Schultheaterstück dabei sein, damit sie für DEN (!) Ruby-Redfort-Film "entdeckt" wird und mitspielen darf. Und dann ist da noch die Sache mit Karl Wrenburys schon lange nicht mehr gesehenem Dad...

Dieser zweite Teil ist auf jeden Fall BESSER als der erste ('Durch und durch Clarice Bean', ebenfalls bei Carlsen), aber trotzdem noch dämlich. Clarice Bean sieht auf dem Cover aus wie 8, aber man kann wegen Rubys Alter vermuten, dass sie älter ist. Das Buch ist zu kompliziert für 8-jährige und zu doof für Ältere. Aber die Idee mit den verschiedenen Schriftarten hat mir sehr gut gefallen.

Das Cover sieht ziemlich hübsch aus. Es fühlt sich gut an (glatt und etwas rauh).

Rica Holer


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